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Deutsch lernen für die Karriere

Weltweit lernen derzeit 15 Millionen Menschen die deutsche Sprache. Dabei wird Deutsch nicht nur für die berufliche Karriere im Heimatland als wichtig erachtet. Vielmehr sind die Sprachkenntnisse häufig auch die Eintrittskarte für einen Job oder ein Studium in Deutschland.

Kernaussagen in Kürze:
  • Sprachkenntnisse sind häufig die Eintrittskarte für einen Job oder ein Studium in Deutschland.
  • Am häufigsten büffeln Polen, Russen und Briten deutsch.
  • In Polen lernt fast jede zweite Jugendliche die deutsche Sprache.
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Nach jüngsten Erhebungen wird in allen Regionen der Welt kräftig Deutsch gebüffelt (Grafik). Die zahlenmäßig größte Gruppe der Deutschlernenden findet sich mit 2,3 Millionen Personen in Polen, gefolgt von Russland und Großbritannien (jeweils 1,5 Millionen) sowie Frankreich (1 Million).

Am häufigsten steht Deutsch weiterhin in Schulen auf dem Stundenplan, denn rund 87 Prozent der Deutschlernenden weltweit sind Schüler. Die deutsche Sprache wird dabei mehrheitlich als zweite Fremdsprache unterrichtet – in manchen Ländern, wie zum Beispiel in Kamerun, steht Deutsch sogar als erste Fremdsprache auf dem Lehrplan. Auch in unseren Nachbarländern ist Deutsch fester Bestandteil des Schulunterrichts:

In Polen lernt fast jeder zweite Jugendliche die deutsche Sprache, in Frankreich ist es in der Sekundarstufe so gut wie jeder sechste.

Einen richtigen Run auf die deutsche Sprache hat es in diesem Jahrzehnt vor allem in Indien gegeben. Erst 2014 wurde dort auf Initiative des Goethe-Instituts Deutsch als Fremdsprache in über 500 staatlichen Schulen eingeführt. Mittlerweile lernen mehr als 100.000 Schüler die Sprache – sechsmal so viele wie noch vor fünf Jahren.

Das steigende Interesse an der deutschen Sprache und damit auch an Deutschland zeigt sich unter anderem an der Zahl der indischen Zuwanderer. Im Jahr 2013 wurden die meisten Blauen Karten an Inder vergeben (1.019). Mit diesen Karten können Zuwanderer aus Nicht-EU-Ländern in Deutschland leben und arbeiten, wenn sie einen Hochschulabschluss und ein bestimmtes Einkommen vorweisen können.

Neben den Schulen bieten in vielen Ländern vermehrt Einrichtungen der Erwachsenenbildung Deutschkurse an. In China zum Beispiel machen Erwachsene sogar 45 Prozent aller Deutschlernenden aus, in Mexiko und Spanien beträgt der entsprechende Anteil ein Drittel.

Vor allem in Brasilien hat das Interesse an Deutschkursen für Erwachsene zuletzt deutlich zugelegt. Die Zahl der Teilnehmer hat sich in den vergangenen zehn Jahren auf jetzt 42.000 mehr als verdoppelt. Vor allem Studenten nehmen die Kurse vermehrt in Anspruch, selbst wenn diese nicht über die Uni laufen.

Für Akademiker sind Sprachkenntnisse eine gefragte berufliche Zusatzqualifikation – nicht zuletzt wegen der zahlreichen deutsch-brasilianischen Wissenschaftskooperationen und der Präsenz von über 1.200 deutschen Unternehmen in Brasilien.

Für junge Menschen, die ihren weiteren Bildungsweg in Deutschland planen, sind Deutschkenntnisse ebenfalls von Vorteil. Wer seine Sprachkenntnisse an einer der über 140 Deutschen Auslandsschulen erworben hat, dem steht hierzulande die Tür zu einem Studium oder einer dualen Ausbildung offen. Andere Schulabsolventen aus Nicht-EU-Ländern können dagegen hier nur dann eine Ausbildung aufnehmen, wenn die Bundesagentur für Arbeit dem Vorhaben zustimmt.

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