Beschäftigung und Konsum Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Deutlicher Aufwärtstrend

In der Finanz- und Wirtschaftskrise blieben die Einkommen und Konsumausgaben in Deutschland weitgehend stabil und legten bis 2011 merklich zu.

Kernaussagen in Kürze:
  • In der Finanz- und Wirtschaftskrise blieben die Einkommen und Konsumausgaben in Deutschland weitgehend stabil.
  • Vom Herbst 2008 bis zum Herbst 2009 schrumpfte das reale Bruttoinlandsprodukt um 5 Prozent.
  • Die Zahl der Arbeitnehmer ist bis 2011 mit 1,9 Prozent schneller gestiegen als die Produktion.
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In den aktuellen Tarifverhandlungen pochen die Gewerkschaften auf kräftige Lohnzuwächse – oft mit der Begründung, die Arbeitnehmer hätten in den vergangenen Krisenjahren zurückstecken müssen. Doch einen wirklichen Nachholbedarf gibt es nicht. Denn de facto haben die Arbeitnehmer unter der Finanz- und Wirtschaftskrise kaum gelitten. Im Einzelnen (Grafik):

Konjunktur. Etwa ab Sommer 2008 rutschte die deutsche Wirtschaft im Gefolge schwerer Turbulenzen auf den internationalen Finanz- und Immobilienmärkten in eine tiefe Rezession:

Vom Herbst 2008 bis zum Herbst 2009 schrumpfte das reale Bruttoinlandsprodukt um 5 Prozent.

Die preisbereinigten Exporte brachen im selben Zeitraum um fast 14 Prozent ein, die realen Ausrüs­tungsinvestitionen sogar um mehr als 24 Prozent. Trotz des Aufschwungs in den vergangenen beiden Jahren haben die Ausgaben für neue Maschinen und Anlagen bis zuletzt noch nicht wieder das Niveau erreicht, dass sie vor der Krise hatten.

Beschäftigung und Konsum. Der deutsche Arbeitsmarkt zeigte sich von der Rezession weitgehend unbeeindruckt. Weil die Unternehmen auf Kurzarbeit setzten und Guthaben auf Arbeitszeitkonten abgebaut wurden, lag die Zahl der Arbeitnehmer im dritten Quartal 2009 nur um 28.000 oder 0,2 Prozent unter dem Wert des Vorjahresquartals. Anschließend kam der Beschäftigungsmotor schnell auf Touren:

Gemessen am dritten Quartal 2008 ist die Zahl der Arbeitnehmer bis zum Herbst 2011 mit 1,9 Prozent schneller gestiegen als die gesamtwirtschaftliche Produktion.

Aufgrund der stabilen Beschäftigung sank auch die Lohnsumme in der Krise kaum und zog danach wieder kräftig an. Bis zum dritten Quartal 2011 stiegen die nominalen Arbeitnehmerentgelte um fast 7 Prozent, preisbereinigt gab es immerhin ein Plus von 3 Prozent.

Diese Entwicklung spiegelt sich in den nominalen verfügbaren Einkommen wider, die zwar 2009 um gut 1 Prozent zurückgingen, im Herbst des vergangenen Jahres aber um nahezu 5 Prozent über dem 2008er Niveau lagen. Rechnet man die Teuerung heraus, blieb den privaten Haushalten noch immer ein Plus von 1,2 Prozent.

Daher mussten die Bundesbürger im Schnitt selbst in der Krise ihre Einkaufsbudgets kaum kürzen:

Der reale private Konsum verzeichnete im dritten Quartal 2009 gegenüber demselben Vorjahreszeitraum nur ein Minus von 0,5 Prozent und stieg zuletzt um fast 2 Prozent über den Vorkrisenwert.

Nominal lagen die privaten Konsumausgaben im Herbst 2011 sogar um fast 7 Prozent über dem Niveau vom Herbst 2008. Dass der preisbereinigte Zuwachs weniger üppig ausfiel, lag in erster Linie an den überdurchschnittlich gestiegenen Energiekosten. 

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