Metall- und Elektro-Industrie Lesezeit 1 Min. Lesezeit 1 Min.

Der Osten holt auf

Die Entwicklung der ostdeutschen Metall- und Elektro-Industrie spiegelt den gesamten „Aufbau Ost“ wider: Es gibt inzwischen viele erfolgreiche mittelständische Betriebe und die Umsätze sind kräftig gestiegen – dennoch ist der Abstand zur starken M+E-Industrie im Westen weiterhin groß.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die M+E-Industrie hat in Ostdeutschland einen wichtigen Beitrag zum Aufbau einer starken mittelständischen Wirtschaft geleistet.
  • Im Jahr 2014 exportierte die deutsche M+E-Industrie Waren im Wert von gut 570 Milliarden Euro, davon wurden nur 7 Prozent in Ostdeutschland hergestellt.
  • Insgesamt setzt die M+E-Industrie Ost immer stärker auf innovative Produkte und deren Export.
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Die M+E-Industrie hat in Ostdeutschland einen wichtigen Beitrag zum Aufbau einer starken mittelständischen Wirtschaft geleistet. Seit dem Jahr 1994 haben die dortigen M+E-Unternehmen ihren Umsatz verdreifacht. Zuletzt beschäftigten jene fast 2.200 ostdeutschen M+E-Betriebe, die mindestens 50 Mitarbeiter zählen, insgesamt rund 400.000 Arbeitskräfte.

Gerade das vergangene Jahr war für die M+E-Unternehmen in Ostdeutschland sehr erfolgreich. Ihr Umsatz legte um mehr als 6 Prozent auf rund 91 Milliarden Euro zu, während die westdeutschen Firmen einen Umsatzzuwachs von 2 Prozent verbuchten (Grafik). Allerdings tragen die Ost-Firmen nach wie vor lediglich einen verhältnismäßig geringen Teil zum gesamten M+E-Geschäft bei – das gilt vor allem für die Verkäufe ins Ausland:

Im Jahr 2014 exportierte die deutsche M+E-Industrie Waren im Wert von gut 570 Milliarden Euro – davon wurden nur 7 Prozent in Ostdeutschland hergestellt.

Auch die Produktivität – also der Umsatz je Beschäftigten – lag in der M+E-Industrie Ost mit 229.000 Euro zuletzt noch deutlich unter dem West-Niveau von 299.000 Euro.

Doch trotz dieses West-Ost-­Gefälles ist die M+E-Industrie in Ostdeutschland mittlerweile stark vertreten. Sie konzentriert sich zudem keineswegs nur auf wenige große „Leuchttürme“ wie Dresden mit seinen Chipfabriken und Jena mit seinen Betrieben der Optoelektronik. Vielmehr spielt die M+E-Industrie auch in strukturschwächeren ostdeutschen Regionen eine wichtige Rolle. So entwickelt und baut das Lokwerk Stendal energiesparende Hybrid-Rangierloks, und im brandenburgischen Umland Berlins werden Eisenbahnwaggons, Flugzeugtriebwerke, Lkws und Brillen gefertigt.

Insgesamt setzt die M+E-Industrie Ost immer stärker auf innovative Produkte und deren Export. Allerdings liegen auf dem Weg in die Zukunft diverse Hürden – unter anderem die Belastungen durch die Energiewende, der Fachkräftemangel sowie der Mindestlohn, der vor allem kleinere Zulieferer in den ostdeutschen Randgebieten trifft.

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