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Der Osten bleibt im Vorteil

Für einen Vollzeitbeschäftigten im westdeutschen Produzierenden Gewerbe fallen inzwischen Arbeitskosten von durchschnittlich gut 62.000 Euro pro Jahr an. In Ostdeutschland ist das Kostenniveau um ein Drittel niedriger.

Kernaussagen in Kürze:
  • In Ostdeutschland ist das Kostenniveau um ein Drittel niedriger als in Westdeutschland.
  • Die durchschnittlichen Arbeitskosten je Vollzeitarbeitnehmer stiegen 2013 um 1,8 Prozent auf 62.290 Euro.
  • Der Kostenvorteil der ostdeutschen Unternehmen gegenüber dem Westen beläuft sich auf 21.400 Euro.
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Die wirtschaftliche Dynamik in Deutschland war 2013 gering – das Bruttoinlandsprodukt wuchs real nur um 0,4 Prozent. Die Arbeitskos­ten passten sich dieser Entwicklung allerdings nicht ganz an:

  1. Westdeutschland. Die durchschnittlichen Arbeitskosten je Vollzeitarbeitnehmer stiegen 2013 um 1,8 Prozent auf 62.290 Euro. Das war zwar ein geringerer Zuwachs als 2012. Weil zugleich aber die Produktivität in der Industrie sank, mussten die Unternehmen höhere Lohnstückkosten schultern. Setzt sich dieser Trend fort, wäre das für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft kein gutes Zeichen, zumal die industriellen Lohnstückkos­ten im Ausland unterm Strich konstant geblieben sind.

Die Struktur der Arbeitskosten in Westdeutschland hat sich dagegen 2013 kaum verändert (Grafik). Während etwa der Krankenstand leicht gestiegen ist, hat der abgesenkte Beitragssatz zur Rentenversicherung zu niedrigeren Sozialabgaben geführt.

  1. Ostdeutschland. Hier legten die Arbeitskosten je Vollzeitbeschäftigten lediglich um 0,9 Prozent auf 40.890 Euro zu.

Der Kostenvorteil der ostdeutschen Unternehmen gegenüber dem Westen beläuft sich damit auf 21.400 Euro.

Neben dem produktivitätsbedingt niedrigeren Lohnniveau sind dafür vor allem die deutlich geringeren Sonderzahlungen sowie die weniger stark ausgebaute betriebliche Altersversorgung maßgeblich.

Wie sich die Arbeitskosten 2014 entwickeln, hängt angesichts der konstanten Sozialbeiträge vor allem von den Tarifabschlüssen ab. Bislang wurden im Schnitt Lohnerhöhungen von etwa 3 Prozent vereinbart – was auf einen weiteren spürbaren Kos­tenzuwachs hindeutet.

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