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Der neue Trend zur Treue

Die neuesten Daten aus der amtlichen Statistik dürften all jene freuen, die an die ewige Liebe glauben: Der Anteil der Ehen in Deutschland, die vor dem Scheidungsrichter enden, ist seit einigen Jahren rückläufig. Ob eine Ehe scheitert oder nicht, hängt offenbar auch vom Wohnort ab.

Kernaussagen in Kürze:
  • Der Anteil der Ehen, die innerhalb von 25 Jahren geschieden werden, ist von 42 Prozent im Rekordjahr 2004 auf 35 Prozent 2014 gesunken.
  • Die zuletzt geschiedenen Paare waren zudem im Schnitt 14 Jahre und acht Monate verheiratet; vor 20 Jahren betrug die durchschnittliche Ehezeit von Scheidungspaaren nur zwölf Jahre.
  • Die Scheidungsraten weichen in den einzelnen Regionen stark voneinander ab – in Emden und Leverkusen kamen 2014 auf 10.000 Einwohner fast 34 Scheidungen, in Kempten (Allgäu) waren es gerade mal acht.
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Wo Ehen vorzeitig enden

Scheidungen je 10.000 Einwohner im Jahr 2014

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„Drum prüfe, wer sich ewig bindet“ – die Deutschen scheinen ihren Friedrich Schiller wieder ernster zu nehmen. Viele Paare warten länger als früher, bevor sie heiraten, und beide Partner haben dann meist schon die eine oder andere Beziehung hinter sich – was die Erfolgs­chancen für eine Ehe offensichtlich verbessert.

Jedenfalls ist der Anteil der Ehen, die innerhalb von 25 Jahren vor dem Scheidungsrichter enden, in den vergangenen Jahren deutlich gesunken: von 42 Prozent im Rekordjahr 2004 auf 35 Prozent im vergangenen Jahr, als 166.200 Ehen scheiterten. Das bedeutete gut ein Fünftel weniger Scheidungen als 2004.

Die zuletzt geschiedenen Paare hatten zudem relativ lange durchgehalten – ihr Bund fürs Leben dauerte im Schnitt 14 Jahre und acht Monate; vor 20 Jahren betrug die durchschnittliche Ehezeit von Scheidungspaaren nur zwölf Jahre.

Dennoch scheitern viele Beziehungen verhältnismäßig früh. Der größte Anteil aller Scheidungen entfällt nicht etwa auf das verflixte siebte Jahr, sondern bereits auf das sechste (5,3 Prozent). Das heißt aber nicht, dass nach langer Zweisamkeit die Trennungsgefahr gebannt ist – immerhin fast 15 Prozent aller Scheidungen werden nach 26 und mehr Jahren vollzogen.

Für das Scheidungsrisiko ist es offenbar nicht ganz unwichtig, wo das Paar wohnt – jedenfalls weichen die Scheidungsraten in den einzelnen Städten und Kreisen stark voneinander ab (Grafik):

Bei den Spitzenreitern Emden und Leverkusen kamen 2014 auf 10.000 Einwohner fast 34 Scheidungen, in Kempten waren es gerade mal acht.

Vermutlich spielen auch die Kinder der Ehepaare bei der Entscheidung über eine Trennung eine große Rolle – wobei die Erziehung des Nachwuchses oft ein zentraler Streitpunkt ist, aber auch der Grund sein kann, so lange wie möglich zusammenzubleiben. Fakt ist, dass bei jeder zweiten Scheidung Kinder unter 18 Jahren betroffen sind – im vergangenen Jahr waren es knapp 135.000 Jungen und Mädchen.

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