Equal Pay Day Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Der kleine Unterschied

Frauen verdienen im Durchschnitt deutlich weniger als Männer. Verantwortlich dafür sind viele Faktoren – aber vor allem lange Babypausen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Frauen verdienen im Durchschnitt deutlich weniger als Männer - allem wegen langen Babypausen.
  • Im Jahr 2012 verdienten Frauen laut Statistischem Bundesamt im Schnitt 22 Prozent weniger als Männer.
  • Von den 15- bis 64-jährigen Frauen, die höchstens einen Realschulabschluss haben, sind hierzulande immerhin 46 Prozent berufstätig.
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Genau wie im vergangenen Jahr fällt der Equal Pay Day 2014 auf den 21. März. Der Tag markiert den Zeitpunkt, bis zu dem Frauen rein rechnerisch über den Jahreswechsel hinaus arbeiten müssten, um den gleichen durchschnittlichen Vorjahresverdienst wie Männer zu erhalten. Im Jahr 2012 verdienten Frauen laut Statistischem Bundesamt im Schnitt 22 Prozent weniger als Männer.

Im internationalen Vergleich schneidet Deutschland damit in puncto Entgeltunterschied auf den ersten Blick ziemlich schlecht ab (Grafik). Dafür gibt es jedoch eine mögliche Erklärung: In vielen Ländern mit einer niedrigen Entgelt­lücke gehen längst nicht so viele Frauen mit einfachen oder mittleren Schulabschlüssen arbeiten wie in Deutschland:

Von den 15- bis 64-jährigen Frauen, die höchstens einen Realschulabschluss haben, sind hierzulande immerhin 46 Prozent berufstätig.

Anteil der Bruttostundenverdienste von Frauen unter denen von Männern

In Polen und Italien dagegen finden solche Frauen oft gar keine Arbeit. Dort haben nur 18 Prozent beziehungsweise 30 Prozent der gering oder mittelqualifizierten Frauen einen Job. Dementsprechend fallen die durchschnittlichen Verdienste von berufstätigen Frauen in beiden Ländern höher aus und die Verdienstunterschiede zwischen Frauen und Männern sind kleiner.

Um die Lohnlücke – den Gender Pay Gap – in Deutschland zu erklären, müssen weitere Faktoren berücksichtigt werden. Denn neben dem Bildungsniveau spielen für die Höhe des Verdienstes auch Arbeitsumfang, Berufserfahrung, Betriebszugehörigkeit und Erwerbspausen eine Rolle. Betrachtet man zum Beispiel Arbeitnehmerinnen, die sich von ihren männlichen Kollegen lediglich in dem Punkt unterscheiden, dass sie eine Babypause von maximal 18 Monaten gemacht haben, schrumpft der Entgeltunterschied auf nur noch 2 Prozent zusammen.

Solche kurzen Auszeiten lassen sich nur realisieren, wenn ausreichend Kitaplätze für unter 3-Jährige zur Verfügung stehen. Das aber ist nicht der Fall: Dem Statistischen Bundesamt zufolge lag die Betreuungsquote im März 2013 lediglich bei 29 Prozent – der geschätzte Bedarf beträgt laut Deutschem Jugend­institut aber 39 Prozent.

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