Schweizer Franken Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Der Druck lässt nach

Seit die Schweizer Nationalbank im September 2011 ankündigte, den Wechselkurs des Franken zum Euro nicht unter 1,20 fallen zu lassen, musste sie mehrfach am Devisenmarkt intervenieren. Inzwischen hat sich die Lage entspannt.

Kernaussagen in Kürze:
  • Seit die Schweizer Nationalbank im September 2011 ankündigte, den Wechselkurs des Franken zum Euro nicht unter 1,20 fallen zu lassen, musste sie mehrfach am Devisenmarkt intervenieren.
  • Im Laufe des Jahres 2012 fiel der Kurs der Schweizer Währung mehrmals auf fast 1,20 Franken je Euro.
  • Die Eurobestände der SNB stiegen vom ersten zum zweiten Quartal 2012 um nahezu 80 Prozent auf fast 220 Milliarden Franken.
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„Die Nationalbank wird den Mindestkurs [von 1,20 Franken] mit aller Konsequenz durchsetzen und ist bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen.“ Mit dieser unmissverständlichen Ankündigung reagierte die Schweizer Nationalbank (SNB) am 6. September 2011 auf die drastische Aufwertung des Franken infolge der Euro-Schuldenkrise.

Denn damals suchten viele Inves­toren in Europa einen sicheren Hafen für ihr Geld und legten es in Schweizer Franken an. Dessen Preis zog kräftig an: Bekam man für einen Euro im Herbst 2007 noch knapp 1,70 Franken, war es im August 2011 nur noch rund ein Franken. Für die Schweizer Exporteure bedeutete diese Aufwertung eine schwere Bürde (Kasten).

Um zu verhindern, dass eidgenössische Produkte für ausländische Kunden immer teurer würden, trat die Schweizer Nationalbank in Aktion. Der Devisenmarkt reagierte prompt auf deren Mindestkurs-Ankündigung: Innerhalb eines Tages stieg der Wechselkurs des Franken zum Euro von rund 1,10 auf mehr als 1,20. Dazu musste die SNB nicht einmal wirklich in den Markt eingreifen – zunächst genügten allein ihre Ankündigung und Entschlossenheit, um den Kurs des Franken zu stabilisieren.

Die Verschärfung der Euro-Schuldenkrise zwang die SNB dann allerdings doch zum Handeln (Grafik):

Im Laufe des Jahres 2012 fiel der Kurs der Schweizer Währung mehrmals auf fast 1,20 Franken je Euro.

Um den angestrebten Mindestkurs zu verteidigen, mussten die Währungshüter massiv Euro am Devisenmarkt kaufen:

Die Eurobestände der SNB stiegen daher vom ersten zum zweiten Quartal 2012 um nahezu 80 Prozent auf fast 220 Milliarden Franken.

Ab Herbst 2012 beruhigten sich die Märkte jedoch – zunächst, als der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, ankün­digte, die EZB werde alles tun, um den Euro zu erhalten. Weiteren Druck vom Devisenmarkt nahm Draghi dann Anfang 2013, als er eine allmähliche wirtschaftliche Erholung in den Euroländern prognostizierte.

All dies ließ den Kurs des Franken zum Euro deutlich über die 1,20er-Marke steigen. Sollte sich die Krise in der Eurozone nicht abermals verschärfen, kann die Schweizer Nationalbank ihre Devisenreserven künftig langsam wieder abbauen.

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