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Der Doktor und die liebe Karriere

Für Biologen, Physiker und Chemiker ist eine Promotion fast schon Voraussetzung für eine Führungs­position. Dass der berufliche Aufstieg auch ohne Doktortitel gut funktionieren kann, zeigen indes Ingenieure und Informatiker.

Kernaussagen in Kürze:
  • Für Biologen, Physiker und Chemiker ist eine Promotion fast schon Voraussetzung für eine Führungsposition.
  • Im Jahr 2011 hatten 35 Prozent der erwerbstätigen Biologen und sogar 40 Prozent der Physiker und Chemiker einen Doktortitel.
  • Von den promovierten Ingenieuren besetzt jeder Dritte eine Management-, Leitungs- oder Führungsposition.
Zur detaillierten Fassung

Biologie, Chemie oder Physik – Hochschulabsolventen der Naturwissenschaften promovieren deutlich häufiger als andere.

Im Jahr 2011 hatten 35 Prozent der erwerbstätigen Biologen und sogar 40 Prozent der Physiker und Chemiker einen Doktortitel.

Bei den Informatikern und Ingenieuren lag diese Quote gerade einmal bei 4 Prozent.

Das ist auch nicht verwunderlich: Denn ein Doktortitel ist sowohl für Informatiker als auch für Ingenieure nicht unbedingt notwendig, um Karriere zu machen (Grafik). In beiden Fachrichtungen hatte im Jahr 2011 von allen Erwerbstätigen in einer Management-, Leitungs- oder Führungsposition lediglich jeder Zwanzigste promoviert. Unter Biologen, Chemikern oder Physikern war mindestens jede zweite Position auf diesem Level von einem Doktor besetzt.

Naturwissenschaftler arbeiten überdies häufig an Hochschulen oder in Forschungseinrichtungen. Dazu ist eine Promotion Voraus­setzung, oft sogar eine Professur. In allen anderen Wirtschaftsbranchen klappt die MINT-Karriere (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) auch sehr gut ohne Titel – das zeigen die in der Industrie tätigen Ingenieure und Informatiker.

Aber: Eine Promotion ist auch in den Naturwissenschaften kein automatischer Türöffner zur steilen Karriere. Zwar ist die Wahrscheinlichkeit für Promovierte höher, eine Führungsposition zu erreichen, als für ihre Kollegen ohne Doktorwürde, die Karrierevorteile sind jedoch statistisch gesehen begrenzt:

Von allen promovierten Chemikern haben 24 Prozent eine Führungs­position, von denen ohne Doktortitel sind es 15 Prozent.

Das Plus einer Promotion in der Chemie liegt also in einer 9 Prozentpunkte höheren Wahrscheinlichkeit, später in eine Führungsposition aufzusteigen.

Wer als Ingenieur bereits einen Doktortitel besitzt, hat im Vergleich noch größere Vorteile:

Von den promovierten Ingenieuren besetzt jeder Dritte eine Management-, Leitungs- oder Führungs­position.

Unter den Ingenieuren mit Diplom-, Master- oder Bachelor­abschluss trifft dies auf knapp jeden Siebten zu. Promovierte Ingenieure machen also nicht nur im Vergleich zu Doktoren anderer MINT-Fachrichtungen deutlich häufiger Karriere, auch innerhalb der eigenen Fachrichtung sind ihre Chancen am besten.

Allerdings ist eine Promotion auch für einen Ingenieur keineswegs eine Garantie für einen beruflichen Aufstieg, selbst wenn sie einen deutlichen Karrierevorteil bietet. Denn neben der fachlichen Qualifikation sind weitere Faktoren entscheidend – wie beispielsweise Management­fähigkeiten, Verhandlungsgeschick oder auch Konflikt­fähigkeit. Besonders für Ingenieure, die vermehrt international tätig sind, gehören dazu auch Fremdsprachenkenntnisse und Soft Skills wie inter­kulturelle Kompetenz.

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