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Der deutsche Strommarkt

Ob zum Heizen oder Haare föhnen, zum Rasieren oder Rasenmähen: Ohne Energie geht fast nichts vorwärts – und zwar sowohl zu Hause als auch unterwegs oder am Arbeitsplatz.

Kernaussagen in Kürze:
  • Ein Vierpersonenhaushalt in Deutschland beispielsweise verbraucht etwa 4.900 Kilowattstunden Strom im Jahr.
  • Größter Treibhausgasemittent hierzulande ist mit einem Anteil von 45 Prozent die Energiewirtschaft.
  • Ein Instrument, das die Verbreitung des grünen Stroms unterstützen soll, ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).
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Ein Vier-Personenhaushalt beispielsweise verbraucht etwa 4.900 Kilowattstunden Strom im Jahr. Dafür zahlt er – je nach Stromanbieter und Wohnort – um die 1200 Euro jährlich. Doch Strom kostet nicht nur Geld. Wer Energie nutzt oder gewinnt, verursacht meist auch Emissionen. Größter Treibhausgasemittent hierzulande ist mit einem Anteil von 45 Prozent die Energiewirtschaft. Weitere 19 Prozent aller energiebedingten Emissionen gehen auf den Verkehr zurück, Industrie und Haushalte sind für jeweils rund 14 Prozent der dicken Luft verantwortlich.

Doch es gibt auch Strom, der weder das Klima schädigt noch ein Strahlenrisiko birgt: Regenerative Quellen wie Sonne, Wind, Wasser oder Biomasse erzeugen derzeit 20 Prozent des deutschen Stroms – 1991 waren es erst 3 Prozent. Der Bundesregierung ist das jedoch immer noch zu wenig. Im Rahmen der Energiewende will sie den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung weiter ausbauen: bis 2030 auf 50 Prozent und bis 2050 sogar auf 80 Prozent.

Ein Instrument, das die Verbreitung des grünen Stroms unterstützen soll, ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Es legt fest, mit welchem Festpreis die Anbieter von Ökostrom für jede Kilowattstunde, die sie in das öffentliche Stromnetz einspeisen, rechnen können. Diese sogenannte EEG-Umlage ist in diesem Jahr auf fast 3,6 Cent je Kilowattstunde geklettert.

Die auf dieser Basis vom Staat verordneten Subventionen für erneuerbaren Strom sind in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen. Im Jahr 2011 wurde die Produktion von Ökostrom mit rund 12 Milliarden Euro gefördert, seit 2000 sind auf diese Weise mehr als 50 Milliarden Euro in die erneuerbaren Energien geflossen - zusätzlich zum Wert des Stroms. Und damit ist noch längst nicht Schluss: Durch das Gesetz sind bereits weitere Ökostrom-Subventionen von schätzungsweise mehr als 100 Milliarden Euro festgelegt.

Die Mehrkosten aufgrund des EEG werden auf die Stromverbraucher umgelegt, also auf die Haushalte und die Industrie. Mit einer Ausnahme: energieintensive Großverbraucher müssen keine Zusatzkosten tragen. Bei allen anderen Stromkunden schlägt sich die steigende Belastung allerdings in der Stromrechnung nieder. Die Abgaben für Industriestrom zum Beispiel haben sich in Deutschland seit 2007 von 1,2 Cent auf 3,4 Cent je Kilowattstunde fast verdreifacht. In allen Nachbarstaaten lagen die Abgaben mit maximal 1,4 Cent je Kilowattstunde – in Frankreich – deutlich darunter.

Während in der Stromproduktion die erneuerbaren Energien bald die Hauptrolle spielen, ist ihr Anteil am Primärenergieverbrauch mit rund 10 Prozent noch vergleichsweise gering: Bei der Heizung dominieren Erdöl und Erdgas und ohne Benzin oder Diesel läuft im Straßenverkehr noch nichts.

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