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Den Erfolg im Visier

Kleine Unternehmen können ihren Mitarbeitern zwar nicht ganz so viele Möglichkeiten zur Weiterbildung einräumen wie Großunternehmen, sie legen sich dabei aber oft besonders ins Zeug.

Kernaussagen in Kürze:
  • Kleine Unternehmen können ihren Mitarbeitern zwar nicht ganz so viele Möglichkeiten zur Weiterbildung einräumen, sie legen sich dabei aber oft besonders ins Zeug.
  • Im Jahr 2010 boten kleine Unternehmen je 100 Mitarbeiter gut 130 Lehr- und Informationsveranstaltungen an – bei den größeren Betrieben waren es so gerechnet nur 38.
  • Von den Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten sagen 87 Prozent, die betriebliche Weiterbildung trage zum Geschäftserfolg bei; eine Steigerung der Produktivität sehen 85 Prozent.
Zur detaillierten Fassung

In großen Unternehmen ist Weiterbildung Standard – rund 98 Prozent der Betriebe mit 250 oder mehr Mitarbeitern organisieren Seminare und Tagungen oder geben ihren Beschäftigten die Möglichkeit, sich am Arbeitsplatz und mithilfe verschiedener Medien neues Wissen anzueignen.

Von den kleinen Betrieben mit maximal 49 Beschäftigten sind zwar insgesamt „nur“ knapp 83 Prozent in Sachen Weiterbildung aktiv. Doch diese Firmen zeigen dafür besonders viel Engagement (Grafik):

Im Jahr 2010 boten kleine Unternehmen je 100 Mitarbeiter gut 130 Lehr- und Informationsveranstaltungen an – bei den größeren Betrieben waren es so gerechnet nur 38.

Letzteres liegt allerdings auch daran, dass Firmen mit 50 und mehr Beschäftigten eher Seminare, Tagungen und Lehrgänge für größere Mitarbeitergruppen organisieren können.

Im Schnitt haben die kleinen Firmen ihre Mitarbeiter im Jahr 2010 gut 31 Stunden lang durch solche Veranstaltungen qualifiziert. In mittelgroßen Betrieben betrug das Pensum pro Kopf dagegen nur knapp 20 Stunden.

Am längsten saßen allerdings die Beschäftigten der großen Unternehmen in Schulungen und Informations-Meetings – durchschnittlich mehr als 38 Stunden.

Der finanzielle Aufwand, den deutsche Unternehmen für das gesamte Weiterbildungsangebot betreiben, ist dagegen in allen Größenklassen ähnlich. Insgesamt haben die Unternehmen pro Kopf – Auszubildende nicht mitgerechnet – im Durchschnitt 1.035 Euro für Qualifizierungsmaßnahmen ausgegeben (vgl. iwd 13/2012).

Mit 1.066 Euro lagen kleine Betriebe leicht über diesem Mittelwert; mittelgroße Unternehmen ließen je Mitarbeiter 993 Euro springen, große Firmen 1.030 Euro.

Die Unternehmen verfolgen mit ihren Weiterbildungsangeboten ganz unterschiedliche Ziele. So spielen personalpolitische Aspekte in kleinen Betrieben eine relativ kleine Rolle. Zum Beispiel gehen nur 55 Prozent von ihnen davon aus, dass ein großes Weiterbildungsangebot die Firma für neue Mitarbeiter attraktiver macht; von den großen Unternehmen setzen mehr als 81 Prozent auf diesen Imagegewinn.

Für kleine Unternehmen steht vielmehr das Erfolgsmotiv im Vordergrund:

Von den Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten sagen 87 Prozent, die betriebliche Weiterbildung trage zum Geschäftserfolg bei; eine Steigerung der Produktivität sehen 85 Prozent.

Die Mitarbeiter leisten ihren Beitrag zum Erfolg zu einem großen Teil in ihrer Freizeit. In kleinen Firmen finden nur 59 Prozent der Weiterbildung während der Arbeitszeit statt, in großen Unternehmen sind es hingegen 75 Prozent. Dies lässt vermuten, dass kleine Betriebe ihr umfangreiches Weiterbildungspaket oft nur schnüren können, wenn durch die Maßnahmen nicht allzu viele wertvolle Arbeitsstunden verloren gehen.

Susanne SeydaFachkräfte sichern - Weiterbildung in kleinen und mittelgroßen Unternehmen (KMU)herausgegeben vom Bundesministerium für Wirtschaft und TechnologieDownload | PDF

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