Strukturwandel Lesezeit 1 Min. Lesezeit 1 Min.

Das Wie entscheidet

Sind Länder mit einem starken Dienstleistungssektor automatisch wohlhabender als andere Volkswirtschaften? Nein, lautet die Erkenntnis einer IW-Studie, die die Idealbedingungen für Wirtschaftswachstum in Zeiten des Strukturwandels untersucht hat.

Kernaussagen in Kürze:
  • Jedes Land ist dem Strukturwandel unterworfen, doch nicht jedes Land kommt gleich gut damit zurecht.
  • So kommt es nicht darauf an, was ein Land produziert, sondern wie - etwa in Bezug auf die Arbeitsteilung oder die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen.
  • Besonders gut ist die Schweiz für den Strukturwandel aufgestellt, was unter anderem an der gut ausgebauten Infrastruktur liegt.
Zur detaillierten Fassung

Wie Länder mit Veränderungsprozessen umgehen und wie die Bedingungen für einen gelingenden Strukturwandel aussehen, hat das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) für mehr als 20 Industrie­länder untersucht – mit überraschendem Ergebnis:

Es kommt nicht darauf an, was ein Land produziert – um Wirtschaftswachstum zu erzielen, ist viel wichtiger, wie arbeitsteilig die Produktion organisiert ist und ob die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen stimmen.

Die Sieger und Verlierer im IW-Vergleich (Grafik):

Besonders gut ist die Schweiz für den Strukturwandel aufgestellt; Italien, Frankreich und Spanien fördern ihn nur in geringem Maß.

Punkten können die Eidgenossen vor allem mit ihren Rahmenbedingungen – darunter die gut ausgebaute Infrastruktur oder die stabilen Arbeitsbeziehungen zwischen den Tarifpartnern. Italien und Spanien dagegen haben unter anderem zu wenig Forschungspersonal, auch die Kenntnisse der Schüler in Mathematik und den Naturwissenschaften hinken denen anderer Nationen deutlich hinterher.

Was bedeuten die Analyseergebnisse für die Politik – vor allem für Brüssel, wo viele wirtschaftspolitische Entscheidungen getroffen und Gesetze verabschiedet werden? Damit die Unternehmen in den einzelnen Mitgliedsländern adäquat auf den Strukturwandel reagieren können, sind flexible und offene Märkte wichtig. Um diese zu gewährleisten, sollte die EU den Binnenmarkt weiter ausbauen und neue Handelsabkommen – wie etwa TTIP – vorantreiben und schließen. Brüssel sollte außerdem dafür sorgen, dass die Arbeits- und Produktmärkte in den Mitgliedsstaaten flexibler werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene

Mehr auf iwkoeln.de