Deutschsprachige Zeitungen Lesezeit 1 Min. Lesezeit 1 Min.

Das tägliche Stück Heimat

Derzeit gibt es rund 2.000 regelmäßig erscheinende deutschsprachige Druckmedien, die außerhalb des deutschen Sprachraums verlegt werden. Etwa 100 davon sind Zeitungen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Derzeit gibt es rund 2.000 regelmäßig erscheinende deutschsprachige Druckmedien, die außerhalb des deutschen Sprachraums verlegt werden.
  • Das verbindende Element der „Griechenlandzeitung“, dem „Argentinischen Tageblatt“ oder der „Mallorca Zeitung“ ist allerdings nur eins: die deutsche Sprache.
  • In Boom-Regionen wie Singapur und Hongkong dagegen entstehen immer neue Publikationen, vor allem für deutsche Geschäftsleute.
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Wenn in der ersten Septemberwoche in Kiew der 64. Weltkongress der Zeitungen stattfindet, wird auch die namibische Verlagsgruppe „Democratic Media Holding“ vertreten sein. Sie gibt die deutschsprachige „Allgemeine Zeitung“ heraus – das 1916 gegründete Blatt ist die älteste Zeitung Namibias (Grafik).

Außerhalb von Deutschland, Österreich, der Schweiz, Liechtenstein und Luxemburg erscheinen deutschsprachige Publikationen z.B. in Italien, Spanien, Osteuropa und Nordamerika. Die meisten sind von Auswanderern gegründet worden, einige aber auch von einheimischen Inves­toren oder von Außenministerien im Rahmen des Minderheitenschutzes.

Das verbindende Element der „Griechenlandzeitung“, dem „Argentinischen Tageblatt“ oder der „Mallorca Zeitung“ ist allerdings nur eins: die deutsche Sprache.

Ansonsten hat jedes Blatt seine spezielle Zielgruppe. Während die „Allgemeine Zeitung“ die deutschsprachige Minderheit in Namibia und Interessierte in Deutschland anspricht, richtet sich die „Deutsche Türkei Zeitung – Prima Türkei“ an Touristen. Und in Bulgarien nehmen vor allem deutschsprachige Geschäftsleute das „Bulgarische Wirtschaftsblatt“ in die Hand, um sich über aktuelle Entwicklungen in Osteuropa zu informieren.

Große Unterschiede gibt es auch bei den Geschäftsmodellen. So vertreibt der chilenische „Cóndor“ seine 7.000 Exemplare starke Auflage fast nur über Abonnements, während die deutschsprachige Gemeinde Belgiens das „Grenz-Echo“ täglich auch an Kiosken, Tankstellen oder in Buchhandlungen kaufen kann.

Wieder anders verhält es sich beim „Pester Lloyd“ in Ungarn, dessen Printausgabe 2009 aufgrund der starken Konkurrenz durch die „Budapester Zeitung“ eingestellt wurde. Stattdessen gibt es nun ein kostenloses Online-Angebot, das ausschließlich über Anzeigen sowie Spenden der Leser finanziert wird.

Die Zukunft der deutschsprachigen Blätter im Ausland hängt vom Erscheinungsort ab. In Chile oder den USA sinken die Auflagen – dort liegen die großen deutschen Einwanderungswellen lange zurück. In Boom-Regionen wie Singapur und Hongkong dagegen entstehen immer neue Publikationen, vor allem für deutsche Geschäftsleute.

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