Insolvenzen Lesezeit 1 Min. Lesezeit 1 Min.

Das Rätsel an der Ruhr

Im Jahr 2011 mussten etwas mehr als 30.000 Unternehmen einen Insolvenzantrag stellen, weil sie überschuldet oder nicht mehr liquide genug waren, um ihre Geschäfte fortzuführen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Im Jahr 2011 mussten etwas mehr als 30.000 Unternehmen einen Insolvenzantrag stellen, weil sie überschuldet oder nicht mehr liquide genug waren, um ihre Geschäfte fortzuführen.
  • Im Jahr 2011 gab es 11.215 Insolvenzen an Rhein und Ruhr, das waren 37 Prozent aller Fälle in Deutschland.
  • Die Wirtschaftslage und -struktur allein kann diese Unterschiede kaum erklären.
Zur detaillierten Fassung

Bundesweit gab es im vergangenen Jahr 6 Prozent weniger Insolvenzen als 2010, im Vergleich zum krisengeschüttelten 2009 betrug das Minus sogar 8 Prozent. Auch 2012 sieht es ganz gut aus: In den ersten sechs Monaten wurden trotz spektakulärer Fälle wie Schlecker 1 Prozent weniger Pleiten verzeichnet als im Vorjahreszeitraum.

Besonders anfällig für finanzielle Probleme schienen zuletzt die Betriebe in Nordrhein-Westfalen zu sein (Grafik):

Im Jahr 2011 gab es 11.215 Insolvenzen an Rhein und Ruhr, das waren 37 Prozent aller Fälle in Deutschland.

Anders ausgedrückt: In NRW ist das Risiko einer Firmenpleite nahezu 80 Prozent höher als im Bundesdurchschnitt. Im industriestarken Baden-Württemberg dagegen ist die Insolvenzgefahr nicht einmal ein Drittel so groß wie im bevölkerungsreichsten Bundesland.

Die Wirtschaftslage und -struktur allein kann diese Unterschiede kaum erklären. So gibt es in Ostdeutschland seltener Pleiten als in NRW, obwohl die Wirtschaft schwächer ist. In Thüringen beispielsweise müssen relativ wenige Firmen aufgeben. Die Arbeitslosenquote zwischen Altenburg und Eichsfeld ist zwar mit unter 8 Prozent die geringste Ostdeutschlands, zugleich ist das Land aber sehr kleinbetrieblich strukturiert und hat gemeinsam mit Mecklenburg-Vorpommern die niedrigste Wirtschaftskraft je Einwohner in Deutschland.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene

Mehr auf iwkoeln.de