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Das Freihandelsabkommen TTIP

Chlorhühnchen und Hormonfleisch, genmanipuliertes Gemüse sowie sinkende Umwelt- und Sozial­standards: Wenn es um das Transatlantische Handels- und Investitionsschutzabkommen zwischen den USA und der EU geht, haben die Europäer viele Bedenken.

Kernaussagen in Kürze:
  • Wenn es um das Transatlantische Handels- und Investitionsschutzabkommen zwischen den USA und der EU geht, haben die Europäer viele Bedenken.
  • Viele Prüfprozesse und Produktvorschriften sind in den Vereinigten Staaten deutlich strenger als in Europa.
  • Wenn es Europa und den Vereinigten Staaten gelingt, die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen erfolgreich abzuschließen, entstünde der größte Binnenwirtschaftsraum der Welt.
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Seit knapp einem Jahr wird um TTIP, wie das Handelsabkommen in der Kurzfassung heißt, gerungen. Und obwohl sowohl die Verhandler als auch die jeweiligen Regierungschefs immer wieder versichern, dass das Abkommen die Produktstandards und Sicherheitsvorschriften keineswegs aufweicht, sondern es vielmehr um die gegenseitige Anerkennung von ähnlichen Standards geht, hält sich die Skepsis der Europäer gegenüber manchen Produkten „made in USA“ hartnäckig.

Für die meisten Europäer wahrscheinlich unglaublich, aber wahr: Viele Prüfprozesse und Produktvorschriften sind in den Vereinigten Staaten deutlich strenger als in Europa und gewährleisten somit ein höheres Sicherheitsniveau (siehe Kästen). Und deshalb sind es auch die amerikanischen Verbraucher, die – zu Recht – kein großes Interesse daran haben, die europäischen Standards zu übernehmen.

Die öffentliche Debatte, die vielfach auf Chlorhühnchen und Klonkühe reduziert wird, hat auch in Deutschland zu einem Stimmungswandel geführt. War zu Jahresbeginn noch mehr als die Hälfte der Bevölkerung der Ansicht, das Abkommen sei eine gute Sache, zeigt eine Umfrage von Anfang Juni, dass die Mehrheit der Bundesbürger TTIP-kritisch eingestellt ist.

Dabei sprechen viele Argumente für das Vorhaben: Denn wenn es Europa und den Vereinigten Staaten gelingt, die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen erfolgreich abzuschließen, entstünde der größte Binnenwirtschaftsraum der Welt. In der Folge würden die Kosten des Exports über den Atlantik hinweg sinken – ebenso wie die Preise für importierte Güter aus den USA. Beides kurbelt den internationalen Handel weiter an und geht mit Wachstumsimpulsen sowie einer höheren Zahl an Beschäftigten einher.

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