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Da geht noch was

Sparsame Verbrennungsmotoren, neue Medikamente oder nachhaltige Rohstofftechnologien – die Forscher in Deutschland haben viel vor. Außer Ideen brauchen sie dafür auch Geld: Gut, dass in den vergangenen Jahren die Forschungsausgaben deutlich gestiegen sind.

Kernaussagen in Kürze:
  • Sparsame Verbrennungsmotoren, neue Medikamente oder nachhaltige Rohstofftechnologien – die Forscher in Deutschland haben viel vor.
  • Der Anteil der Forschungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt betrug schon 2012 fast 3 Prozent.
  • Im Jahr 2005 flossen 56 Milliarden Euro in die Forschung, 2012 waren es mehr als 79 Milliarden Euro.
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Eigentlich hätte Deutschland noch reichlich Zeit gehabt: Bis zum Jahr 2020 sollen die Forschungsausgaben auf 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) angehoben werden – das ist die Zielmarke, auf die sich die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union im Rahmen ihrer Wachstumsstrategie im Jahr 2000 verständigt haben. Die Bundesrepublik hat diese Vorgabe bereits erfüllt (Grafik):

Der Anteil der Forschungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt betrug schon 2012 fast 3 Prozent.

Das ist eine gute Nachricht, denn lange Zeit bewegte sich bei den finanziellen Ressourcen für die Forschung und Entwicklung relativ wenig. Bis 2005 lag der Anteil der Forschungsausgaben am deutschen BIP nahezu unverändert bei 2,5 Prozent, erst seitdem gibt es nennenswerte Steigerungen.

Als Wirtschaftslokomotive der EU wäre Deutschland mit seiner innovativen und exportstarken Industrie jedoch durchaus gut beraten, sich anspruchsvollere Ziele zu setzen; Südkorea zum Beispiel inves­tiert 4 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts in die Forschung und Entwicklung (FuE). Um das Volumen der deutschen Forschungsausgaben weiter anzukurbeln, wäre die Einführung einer steuerlichen FuE-Förderung sinnvoll.

In absoluten Zahlen sieht die deutsche Bilanz so aus:

Im Jahr 2005 flossen 56 Milliarden Euro in die Forschung, 2012 waren es mehr als 79 Milliarden Euro.

Das meiste Geld bringt die Wirtschaft auf. Sie gab 2012 fast 54 Milliarden Euro für die Forschung aus, das entsprach rund 2 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung.

Ihre Etats deutlich aufgestockt haben auch die außeruniversitären Forschungseinrichtungen und die Hochschulen. In Euro ausgedrückt heißt das, dass die Hochschulen inzwischen rund 14 Milliarden Euro investieren und die außeruniversitären Forschungseinrichtungen, die maßgeblich zum internationalen Ruf der deutschen Forschung beitragen, rund 11 Milliarden Euro.

Gemessen an den Ausgaben sind die Helmholtz-Zentren die größten außeruniversitären Forschungsstätten: Die bundesweit 18 Institute, die sich auf natur-, ingenieurwissenschaftliche und medizinische Forschung konzentrieren, gaben 2012 insgesamt 3,8 Milliarden Euro aus. Die Institute der Fraunhofer-Gesellschaft kamen auf 1,9 Milliarden Euro, die Institute der Max-Planck-Gesellschaft auf 1,7 Milliarden Euro und die Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft auf 1,2 Milliarden Euro.

Legt man die Nobelpreise für Naturwissenschaften zugrunde, zählen die Max-Planck-Institute zu den weltweit erfolgreichsten Forschungseinrichtungen: Seit 1948 sind insgesamt 17 Wissenschaftler der Max-Planck-Gesellschaft mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden.

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