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China auf dem Weg zur Nummer eins

Mit einer langfristigen Strategie und reichlich Investitionen ist China in die erste Liga der Forschungsnationen aufgestiegen. Ein Erfolgsfaktor ist die steuerliche Förderung. Davon will die deutsche Politik jedoch nichts wissen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Mit einer langfristigen Strategie und reichlich Investitionen ist China in die erste Liga der Forschungsnationen aufgestiegen.
  • Setzt sich diese Dynamik fort, wird China die USA bereits 2016 als Forschungsnation Nummer eins ablösen.
  • Der deutsche Staat investierte 2011 weniger als 0,1 Prozent der Wirtschaftsleistung in die Forschung und Entwicklung der heimischen Wirtschaft.
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So schnell kann es gehen – auch in der Politik: 2006 kündigte die chinesische Regierung an, das Land wolle seine Forschungsanstrengungen bis 2020 verdoppeln und bis 2050 zur weltweit führenden Technologienation aufsteigen. Große Worte, denen aber auch große Taten gefolgt sind. Denn China ist auf dem besten Weg, diese Ziele sogar früher als geplant zu erreichen:

  • Bereits 2009 hat China Japan überholt und sich bei den kaufkraftbereinigten Investitionen in Forschung und Entwicklung (FuE) hinter die USA auf Platz 2 geschoben. Deutschland hatten die Chinesen schon 2005 hinter sich gelassen.
  • Im Jahr 2011 wurden in China mehr als doppelt so viele Mittel in FuE gesteckt wie in Deutschland, im Jahr 2000 war es noch umgekehrt.
  • Zwischen 2000 und 2011 hat die EU-28 ihre FuE-Investitionen um gut 11 Prozent erhöht, im selben Zeitraum stiegen die chinesischen Investitionen auf das Doppelte.

Beeindruckend ist auch der Vergleich mit dem derzeitigen FuE-Primus, den USA: Zwischen 2006 und 2011 wuchsen die chinesischen FuE-Investitionen um jahresdurchschnittlich 19 Prozent, die der USA um 3 Prozent.

Setzt sich diese Dynamik fort, wird China die USA bereits 2016 als Forschungsnation Nummer eins ablösen.

Zwar hat auch Deutschland seine Forschungsanstrengungen seit der Jahrtausendwende kontinuierlich gesteigert, doch mit der chinesischen Dynamik kann die Bundesrepublik nicht mithalten. Ein Grund dafür ist, dass China ein umfangreiches System steuerlicher FuE-Förderung eingeführt hat, das aus Freibeträgen, Zulagen und erleichterten Abschreibungsmöglichkeiten besteht. Darüber hinaus wurden neu gegründete Hightech-Unternehmen jahrelang von der Steuerpflicht befreit. Deutschland unterstützt seine innovative Wirtschaft dagegen eher spärlich (Grafik):

Der deutsche Staat investierte 2011 weniger als 0,1 Prozent der Wirtschaftsleistung in die Forschung und Entwicklung der heimischen Wirtschaft – in den Niederlanden, den USA oder Frankreich sind die Quoten zwei- bis viermal so hoch.

Hinzu kommt, dass die meisten Länder auf einen klugen Mix aus direkter Forschungsförderung über Projektmittel und steuerlicher FuE-Förderung setzen – Deutschland dagegen verzichtet auf steuerliche Anreize. Dabei könnte dieses relativ unbürokratische Instrument vor allem in der mittelständisch geprägten Industrie brachliegende Potenziale aktivieren. Denn auf diese Betriebe entfallen derzeit lediglich 11 Prozent aller unternehmerischen Forschungsausgaben – niedriger ist die Quote nur noch in Japan.

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