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Bunter Campus

Deutsche Hochschulen ziehen junge Leute aus dem Ausland geradezu magisch an. Mittlerweile kommt mehr als ein Zehntel der Studenten nicht aus der Bundesrepublik. Allerdings arbeiten nur wenige von ihnen nach dem Abschluss in Deutschland, weil die Zuwanderungshürden bislang recht hoch waren.

Kernaussagen in Kürze:
  • Deutsche Hochschulen ziehen junge Leute aus dem Ausland geradezu magisch an.
  • Deutschland ist nach den USA, Großbritannien und Australien mittlerweile das viertgrößte Gastland für internationale Studenten.
  • Acht von zehn ausländischen Studenten versprechen sich von einem Studium in Deutschland bessere Berufschancen, sieben von zehn wollen einen Hochschulabschluss und/oder spezielle Fachkenntnisse erwerben.
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Die vielen Vorbehalte, mit denen sich die deutschen Hochschulen vor allem seit der Umstellung auf die neuen Studienabschlüsse Bachelor und Master auseinandersetzen müssen, hegen Studenten aus dem Ausland offensichtlich nicht: Aktuell sind mehr als 265.000 Frauen und Männer mit ausländischem Pass an den hiesigen Universitäten und Fachhochschulen eingeschrieben (Grafik). Und wenn der Wunsch von Margret Wintermantel, Präsidentin des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD), in Erfüllung geht, soll es bis 2020 sogar 300.000 ausländische Studenten in Deutschland geben.

Schon heute behauptet sich die Bundesrepublik im Beliebtheitsranking auf einem guten Platz:

Deutschland ist nach den USA, Großbritannien und Australien mittlerweile das viertgrößte Gastland für internationale Studenten.

Das war nicht immer so. Im Jahr 2001 waren in der Bundesrepublik lediglich 65.000 ausländische Hochschüler immatrikuliert.

Die Schwelle von 250.000 Köpfen überschritten die ausländischen Studenten zum ersten Mal im vergangenen Jahr. Damit haben rund 11 Prozent aller Hochschüler in Deutschland einen internationalen Background. Andere Industrieländer sind da weit weniger beliebt: Im OECD-Durchschnitt lag der Anteil der ausländischen Studenten 2009 lediglich bei 6,5 Prozent.

Selbst wenn man berücksichtigt, dass von den 250.000 ausländischen Studenten rund 65.000 ihre Studienberechtigung in Deutschland erworben haben – die Experten sprechen von sogenannten Bildungsinländern –, ist der Zustrom immer noch enorm. Und die meisten internationalen Studenten kommen sogar von ziemlich weit her: Die mit Abstand größte Gruppe – nämlich rund 23.000 – stammt aus China, was unter anderem auf die rund 750 deutsch-chinesischen Hochschulkooperationen zurückzuführen sein dürfte. Es folgen Russen (10.000), Bulgaren und Polen (jeweils 8.000). Aus Westeuropa kommen vor allem Österreicher, Franzosen und Spanier zum Studium nach Deutschland.

Mehr als 90 Prozent der internationalen Studenten besuchen in Deutschland eine staatliche Hochschule. Besonders beliebt sind die traditionellen Universitäten mit Promotionsrecht sowie die Technischen Universitäten mit ihren ingenieur- und naturwissenschaftlichen Studiengängen. An einer Fachhochschule studiert laut DAAD jeder vierte Bildungsausländer.

Doch was zieht die vielen jungen Leute eigentlich in ein Land, das vor allem feuchte Winter und eine reichlich komplizierte Sprache zu bieten hat? Es sind vor allem karrierebezogene Gründe (Grafik):

Acht von zehn ausländischen Studenten versprechen sich von einem Studium in Deutschland bessere Berufschancen, sieben von zehn wollen einen Hochschulabschluss und/oder spezielle Fachkenntnisse erwerben.

Der gute Ruf der deutschen Unis und die besseren Studienbedingungen sind dagegen nur für jeden zweiten ausländischen Studenten ausschlaggebend. Auch die Möglichkeit des gebührenfreien Studiums spielt eine eher untergeordnete Rolle: Lediglich für 37 Prozent der Studenten mit ausländischem Pass ist dies ein Grund, um hier zu studieren.

Viele Ausländer beenden ihr Studium in Deutschland auch erfolgreich: Im Prüfungsjahr 2011 waren es rund 38.000. Zwei Drittel der Absolventen würden gerne noch eine Zeit lang hierbleiben, um zu arbeiten, bei den Abgängern aus Nicht-EU-Staaten sind es sogar drei Viertel. Doch nur einem Viertel der ausländischen Hochschulabsolventen gelingt dies auch.

Diese niedrige Quote ist vor allem auf bürokratische Hürden zurückzuführen. Doch das dürfte sich mit der „Blauen Karte“ ändern – sie erleichtert es Studenten und Absolventen aus Drittstaaten seit dem 1. Juli 2012, in Deutschland eine Arbeit aufzunehmen.

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