Bundesbürger kaufen immer mehr Bioprodukte
Ökologisch erzeugte Lebensmittel und Getränke bilden in Deutschland immer noch einen Nischenmarkt, dennoch hat der damit erzielte Umsatz im Jahr 2025 ein neues Hoch erreicht. Dabei kaufen Verbraucher Bioprodukte längst nicht mehr nur im klassischen Einzelhandel oder beim Bauern ein, sondern zunehmend in Drogeriemärkten.
- Die Verbraucher in Deutschland kauften 2025 für 18,2 Milliarden Euro Biolebensmittel und -getränke ein, das bedeutete ein Plus von 6,7 Prozent gegenüber 2024.
- Besonders gefragt waren im Jahr 2025 Biogeflügel (plus 16,7 Prozent), Biomehl (plus 13,6 Prozent) und Biojoghurt (plus 13,4 Prozent).
- Viele Konsumenten kaufen Bioprodukte inzwischen im Drogeriemarkt ein: Im vergangenen Jahr konnten die Drogeriemärkte in Deutschland ihren Umsatz mit Biolebensmitteln um fast 20 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro steigern.
Dinkelvollkornmehl, Kichererbsen und Linsen aus der Dose, Trockenmischungen für Gemüse-Bratlinge, vegane Bratwürstchen, zwei Dutzend Milchalternativen und das alles in Bioqualität: Drogeriemärkte verkaufen längst nicht mehr nur Klopapier und Duschgel, sondern zunehmend Biolebensmittel.
Die Biobranche in Deutschland setzte im Jahr 2025 fast 7 Prozent mehr um als im Vorjahr. Da die Preissteigerungen für Bioprodukte im vergangenen Jahr moderat ausfielen, handelt es sich hierbei in erster Linie um ein Absatzplus.
Von allen Verkaufsstätten für ökologisch produzierte Lebensmittel legten die Drogerien im vergangenen Jahr das größte Plus hin (Grafik):
Im Jahr 2025 konnten die Drogeriemärkte in Deutschland ihren Umsatz mit Biolebensmitteln um fast 20 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro steigern.
Damit erreichten die Drogeriemärkte einen Anteil von 11 Prozent am gesamten deutschen Biomarkt.
Doch auch insgesamt lief es im vergangenen Jahr gut für die hiesige ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft (Grafik):
Die Verbraucher in Deutschland kauften 2025 für 18,2 Milliarden Euro Biolebensmittel und -getränke, ein Plus von 6,7 Prozent gegenüber 2024.
Da die Verbraucherpreise für Bio im Trockensegment stabil blieben und für frische Lebensmittel nur um 2 Prozent zulegten, basiert das Umsatzplus in erster Linie auf einem Absatzplus: Besonders gefragt waren im Jahr 2025 Biogeflügel (plus 16,7 Prozent), Biomehl (plus 13,6 Prozent) und Biojoghurt (plus 13,4 Prozent). Gesunken ist der Absatz von rotem Biofleisch (minus 7,4 Prozent), Biobutter (minus 5,8 Prozent) und frischen Biokartoffeln (minus 3,7 Prozent).
Insgesamt haben Biolebensmittel einen Anteil von knapp 7 Prozent am Gesamtumsatz für Lebensmittel in Deutschland. Auch wenn die Menge der Bioware, die hierzulande verkauft wird, im Vergleich zur Menge an konventionellen Lebensmitteln klein ist, kann sich Deutschland bei vielen Biolebensmitteln dennoch nicht selbst versorgen. Im Jahr 2024 – dies sind die neuesten verfügbaren Zahlen – wurden beispielsweise 24 Prozent der Biomilchprodukte importiert, gut ein Drittel des in der Bundesrepublik verkauften Bioschweinefleischs stammte aus Nachbarländern und Biomöhren wurden gar zu 40 Prozent aus dem Ausland eingeführt.
Die Nachfrage nach Bio übertrifft das heimische Angebot
Ursache dafür ist, dass die Nachfrage das heimische Angebot übertrifft: Im Jahr 2025 wurden in Deutschland 11,7 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch bewirtschaftet, nur 1,1 Prozentpunkte mehr als im Jahr zuvor. Die Zahl der Biohöfe nahm sogar um 412 ab – auf 35.470. Insgesamt erwirtschafteten die Biolandwirte in Deutschland 2024 rund 3,8 Milliarden Euro, 6,3 Prozent mehr als 2023.
Um das Ausbauziel von 30 Prozent Ökolandbau in Deutschland bis 2030 zu erreichen (die EU strebt 25 Prozent an), ist es nach Aussagen des Bundes Ökologische Landwirtschaft beispielsweise notwendig, dass die EU-Agrarpolitik die Umweltleistungen von Biohöfen klarer honoriert. Der Dachverband argumentiert, dass Biolandwirte auf konventionelle Pflanzenschutzmittel verzichten, auf die Fruchtfolge achten, um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und Erträge ohne Einsatz von synthetischem Dünger sichern und ihre Nutztiere artgerecht halten. Aufgrund dieser Anbaumethoden tragen die Biobauern auch maßgeblich zum Gewässerschutz bei.
So viel geben Konsumenten in der EU für ökologische Lebensmittel aus
Im EU-Ranking der Bioausgaben pro Person landete Deutschland zuletzt auf Platz vier: Im Jahr 2024 gaben hiesige Verbraucher im Schnitt 201 Euro für Biolebensmittel aus – in Luxemburg waren es 272 Euro, in Österreich 317 Euro und in Dänemark 375 Euro.