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Büromieten steigen immer, Ladenmieten meistens

Wie entwickeln sich die Mieten von Gewerbeflächen? Um ­diese Frage zu beantworten, hat das Ins­titut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) gemeinsam mit Immobilien­Scout24 einen neuen Preisindex entwickelt, der das Auf und Ab der Gewerbemieten beschreibt.

Kernaussagen in Kürze:
  • Zwischen 2008 und 2013 stieg der GIMX für Hamburger Büroflächen um fast 24 Prozent, der Teilindex für Einzelhandelsflächen sogar um annähernd 26 Prozent.
  • Ursache dafür ist einerseits die überproportional steigende Beschäftigung in Büroberufen, andererseits profitiert der Hamburger Einzelhandel von der stetig wachsenden Bevölkerung.
  • Grundsätzlich kann man sagen, dass die Gewerbemieten insgesamt in allen großen Städten gestiegen sind – nur die Mieten für Einzelhandelsflächen in Essen, Leipzig und Dresden gaben nach.
Zur detaillierten Fassung

Dass das Wohnen in München besonders teuer ist und in Dortmund eher günstig, weiß eigentlich jeder. Aber sobald es um Gewerbemieten geht, sind selbst Immobilienfüchse oft ganz leise. Dafür gibt es einen triftigen Grund: Es fehlt schlicht und einfach an verlässlichen Daten.

Diese Informationslücke schließt nun das IW Köln, das einen Mietpreisindex speziell für Gewerbe-Immo­bilien entwickelt hat – den GIMX (Kasten). Er umfasst die Büro- und Einzelhandelsflächen in den zwölf größten deutschen Städten und basiert auf Daten von Inseraten bei ImmobilienScout24. Die größten Bewegungen gab es demnach in Hamburg (Grafik):

Zwischen 2008 und 2013 stieg der GIMX für Hamburger Büroflächen um fast 24 Prozent, der Teilindex für Einzelhandelsflächen sogar um annähernd 26 Prozent.

Ursache dafür ist einerseits die überproportional steigende Beschäftigung in Büroberufen, andererseits profitiert der Hamburger Einzelhandel von der stetig wachsenden Bevölkerung. Die Hansestadt ist die zweitgrößte deutsche Großstadt, und ihre Bewohner haben das höchste Einkommen unter den sieben bedeutendsten Wirtschaftsstandorten in Deutschland (sogenannte A-Städte).

Eine ähnlich hohe Kaufkraft haben die Münchner. Die bayerische Landeshauptstadt profitiert zudem von einer steigenden Nachfrage ausländischer Filialisten nach Einzelhandelsflächen. All das hat auch die Mieten für Einzelhandelsimmobilien in München nach oben getrieben (plus 15 Prozent).

Grundsätzlich kann man sagen, dass die Gewerbemieten insgesamt in allen großen Städten gestiegen sind – nur die Mieten für Einzelhandelsflächen in Essen, Leipzig und Dresden gaben nach. Auch die Büro­flächen haben sich nicht flächen­deckend rasant verteuert, in Frankfurt etwa sind sie nur geringfügig gestiegen. Diese Entwicklung lässt sich auf die Finanzkrise zurückführen: So sanken die Mieten für Büroflächen zwischen 2008 und 2011 am Main um mehr als 13 Prozent.

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