Immobilienvermögen Lesezeit 1 Min. Lesezeit 1 Min.

Billionen für Betongold

Die Bundesbürger besitzen Häuser und Eigentumswohnungen im Wert von fast 6 Billionen Euro – das ist doppelt so viel wie noch vor 20 Jahren. Doch an der Verteilung des Vermögens hat sich seit Jahrzehnten nicht viel verändert.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Bundesbürger besitzen Häuser und Eigentumswohnungen im Wert von fast 6 Billionen Euro – das ist doppelt so viel wie noch vor 20 Jahren.
  • An der Verteilung des Vermögens hat sich seit Jahrzehnten nicht viel verändert.
  • Gut 80 Prozent der Haushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen von mehr als 4.500 Euro verfügen über Immobilieneigentum.
Zur detaillierten Fassung

Häuslebauer zu werden ist bei den aktuellen Finanzierungskonditionen – 2012 gab es Wohnungsbaukredite für durchschnittlich 3 Prozent – leichter denn je. Kein Wunder also, dass Immobilien die wichtigste Vermögensgrundlage für die privaten Haushalte in Deutschland sind. Derzeit ist gut die Hälfte des materiellen privaten Vermögens in Grund und Boden investiert – nicht zuletzt als Baustein der Altersvorsorge.

Das in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung erfasste private Immobilienvermögen betrug 2011 knapp 6 Billionen Euro – und hat sich damit in den vergangenen 20 Jahren mehr als verdoppelt.

Das Immobilienvermögen ist jedoch höchst unterschiedlich auf die einzelnen Einkommensgruppen verteilt, hat das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) herausgefunden: So verfügen gut 80 Prozent der Haushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen von mehr als 4.500 Euro über Immobilieneigentum. Bei Haushalten mit einem Nettoeinkommen von weniger als 1.300 Euro besitzen dagegen nur 20 Prozent Immobilien.

Ein wichtiges Kriterium ist auch die Haushaltsgröße: Je mehr Personen in einem Haushalt leben, des­to größer ist sowohl der Anteil als auch die Höhe des Immobilienvermögens. Und schließlich spielt auch das Alter eine Rolle: Von den unter 40-Jährigen sind rund 20 Prozent Eigentümer, von den Rentnern und Rentnerinnen verfügen bereits rund 60 Prozent über Haus und Grund.

Im Gegensatz zur stetigen Zunahme des gesamten Immobilienvermögens in Deutschland hat sich die Verteilung in den vergangenen Jahren nur geringfügig verändert (Grafik). Nach wie vor besitzt das reichste Fünftel der Haushalte rund 75 Prozent des gesamten Netto-Immobilienvermögens. Beim untersten Fünftel ist das Immobilienvermögen aufgrund des Volumens der Wohnungsbaukredite dagegen negativ.

Tim Clamor / Ralph HengerVerteilung des Immobilienvermögens in DeutschlandIW-Trends 1/2013

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene

Mehr auf iwkoeln.de