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Billigware nicht gefragt

Was kaum jemand weiß: In Deutschland werden nach wie vor klassische Werkzeuge hergestellt – und der Absatz läuft wie geschmiert. Allein 2011 setzten die Werkzeughersteller gut 8 Milliarden Euro um, ein Fünftel mehr als 2010.

Kernaussagen in Kürze:
  • In Deutschland werden nach wie vor klassische Werkzeuge hergestellt – und der Absatz läuft wie geschmiert.
  • Im Jahr 2011 machten die deutschen Werkzeughersteller 20 Prozent mehr Umsatz als 2010.
  • Hauptabnehmer deutscher Werkzeuge ist hierzulande die Industrie.
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Wer schon einmal mit einem Schlagbohrer ein Loch in eine Stahlbetonwand bohren musste und bereits nach wenigen Minuten einen stumpfen Bohrkopf hatte, der wird das nächste Mal die Hände lassen von Billigwerkzeugen – und lieber zu einem Markenprodukt greifen. Das hat zwar seinen Preis, doch den zahlen Profis wie auch Hobbyhandwerker offenbar gerne – jedenfalls für „made in Germany“.

Im Jahr 2011 machten die deutschen Werkzeughersteller 20 Prozent mehr Umsatz als 2010.

Die Branche profitierte nicht zuletzt vom inländischen Bauboom – gerade im Hochbau und in der Ausbaubranche wurden mehr Werkzeuge benötigt als in den Rezessionsjahren.

Auch im Ausland weiß man Werkzeuge aus deutscher Produktion zu schätzen. Jenseits der Grenzen konnten die deutschen Firmen 2011 ein Plus von 17 Prozent erzielen (Grafik). Nicht einmal die Eurokrise konnte die deutschen Werkzeugmacher bremsen: Der Absatz in den Euroländern stieg 2011 überdurchschnittlich und in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres um 4 Prozent. Dieses Plus war zwar geringer als auf den übrigen Auslandsmärkten (plus 8 Prozent), aber höher als in Deutschland (3 Prozent).

Einfachwerkzeuge wie Hobel, Hämmer oder Zangen machen nur etwa 13 Prozent des Absatzes aus; wichtiger sind mit einem Anteil von 35 Prozent auswechselbare Werkzeuge für Maschinen, also zum Beispiel Bohreinsätze.

Hauptabnehmer deutscher Werkzeuge ist hierzulande die Industrie; auf sie entfallen 80 Prozent des Umsatzes. Ein guter Kunde ist zum Beispiel die Metallbranche – sie ordert vor allem Umformungswerkzeuge wie Stanzen, Pressen und Walzen. Das restliche Fünftel der Produktion wird über den Facheinzelhandel oder Baumärkte an Heimwerker oder Handwerksbetriebe abgesetzt.

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