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des Instituts der deutschen Wirtschaft

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Demografie Lesezeit 2 Min.

Bevölkerungs­entwicklung: Deutschland schrumpft

Nachdem die Bevölkerung in Deutschland über einen langen Zeitraum trotz niedriger Geburtenrate gewachsen ist, schrumpfte sie 2025 überraschend. Sollte diese Entwicklung anhalten, nimmt der Fachkräftemangel weiter zu.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Bevölkerung in Deutschland ist trotz niedriger Geburtenraten unterm Strich seit 2010 – mit Ausnahme des ersten Jahres der Pandemie – aufgrund der Zuwanderer bis vor Kurzem gewachsen.
  • Im vergangenen Jahr sank die Bevölkerungszahl in der Bundesrepublik allerdings um 100.000 Menschen auf 83,5 Millionen
  • Im wahrscheinlichsten Fall der IW-Bevölkerungsprognose wird die Zahl der in Deutschland lebenden Menschen weiter sinken: Im Jahr 2045 dürften dann nur noch 81,1 Millionen Menschen in der Bundesrepublik leben.
Zur detaillierten Fassung

Dass in Deutschland seit geraumer Zeit Jahr für Jahr mehr Menschen sterben, als geboren werden, ist nichts Neues. Die Bevölkerung wuchs unterm Strich seit 2010 – mit Ausnahme des ersten Jahres der Pandemie – aufgrund der Zuwanderer trotzdem.

Dass dies kein Selbstläufer ist, zeigt 2025:

Im vergangenen Jahr sank die Bevölkerungszahl Deutschlands um 100.000 auf 83,5 Millionen.

Da die Bundesregierung ihre Migrationspolitik gegenüber Asylbewerbern verschärft hat und aufgrund der verhaltenen Konjunkturaussichten zudem immer weniger Arbeitsmigranten aus anderen EU-Staaten nach Deutschland kommen, ist auch künftig damit zu rechnen, dass es weniger Menschen nach Deutschland zieht. Die Wanderungsgewinne – gemeint ist damit ein positiver Saldo von Zu- und Fortziehenden – werden somit kleiner und reichen laut einer aktualisierten IW-Bevölkerungsprognose nicht mehr aus, um zu verhindern, dass die Bevölkerung in Deutschland insgesamt altert und schrumpft. Demzufolge sinkt der Bevölkerungsstand laut der wahrscheinlichsten Entwicklung bis zum Jahr 2045 stetig (Grafik):

Im Jahr 2030 werden voraussichtlich 82,7 Millionen Menschen in der Bundesrepublik leben, im Jahr 2045 dürften es lediglich noch 81,1 Millionen sein.

Zahl der Einwohner in Deutschland Download: Grafik (JPG) herunterladen Grafik (EPS) herunterladen Tabelle (XLSX) herunterladen

Anders als klassische Vorausberechnungen, die die demografische Entwicklung auf Basis getroffener „Wenn, dann…“-Annahmen zeigen, simuliert die IW-Prognose den wahrscheinlichsten Verlauf sowie die erwartete Ober- und Untergrenze dieser Entwicklung. Im optimistischsten Fall würde demnach die Bevölkerung Deutschlands im Jahr 2045 auf knapp 84,8 Millionen Menschen wachsen, im pessimistischsten Fall würde sie auf 77,6 Millionen Menschen sinken.

Im wahrscheinlichsten Fall dürfte laut IW-Prognose die Bevölkerungszahl Deutschlands bis zum Jahr 2045 auf knap 81,1 Millionen Menschen sinken.

Im wahrscheinlichsten Fall nimmt die Bevölkerung über den Prognosehorizont stetig ab, da die Nettozuwanderung nicht ausreicht, um den negativen Saldo aus Geburten und Sterbefällen auszugleichen. Im Jahr 2025 hätten 350.000 Personen netto zuwandern müssen, um den natürlichen Bevölkerungssaldo in dieser Höhe auszugleichen. Die tatsächliche Nettozuwanderung lag aber 2025 nur bei knapp 250.000 Personen.

Der negative Bevölkerungssaldo wird sich weiter vergrößern

Zwar wird sich die Nettomigration laut IW-Prognose bis 2045 auf etwa 290.000 Personen erhöhen, doch auch das reicht nicht aus, um den demografischen Wandel in Deutschland zu nivellieren. Denn durch die fortschreitende Alterung der Gesellschaft und die damit einhergehenden höheren Sterbezahlen wird sich der negative Bevölkerungssaldo weiter vergrößern. So müssten im Jahr 2045 also deutlich mehr als 350.000 Menschen netto zuwandern, damit Deutschland nicht schrumpft.

All diese Entwicklungen werden den demografischen Druck auf den Arbeitsmarkt stark erhöhen und die Renten- und Gesundheitssysteme vor enorme Herausforderungen stellen: Die Zahl der erwerbsfähigen Personen in Deutschland wird von aktuell 55 Millionen auf 50,4 Millionen im Jahr 2045 sinken. Gleichzeitig steigt die Zahl der Senioren: 2025 waren 17 Millionen Menschen in Deutschland älter als 67 Jahre, 2045 werden es 20,4 Millionen sein.

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