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Besser gewirtschaftet

Wenn die Wirtschaft wachsen soll, ohne dass immer mehr natürliche Ressourcen verbraucht werden, müssen Rohstoffe wie Kohle, Holz oder Kies effizienter eingesetzt werden – etwa durch eine Leichtbauweise von Häusern und die Miniaturisierung von Elektronik. Deutschland und fast allen anderen EU-Staaten ist dies in den vergangenen Jahren gelungen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Wenn die Wirtschaft wachsen soll, ohne dass immer mehr natürliche Ressourcen verbraucht werden, müssen Rohstoffe wie Kohle, Holz oder Kies effizienter eingesetzt werden – etwa durch eine Leichtbauweise von Häusern und die Miniaturisierung von Elektronik.
  • Deutschland erwirtschaftete im Jahr 2012 mit je einem Kilogramm Materialeinsatz ein Bruttoinlandsprodukt von 1,90 Euro – damit war die Ressourcenproduktivität 27 Prozent höher als im Jahr 2000.
  • Darüber hinaus spiegelt sich in der Veränderung der Rohstoffproduktivität auch die Wirtschafts- und Staatsschuldenkrise wider, die in Ländern wie beispielsweise Spanien zu einer verringerten Bautätigkeit mit entsprechend gesunkenem Materialeinsatz geführt hat.
Zur detaillierten Fassung

Die Diskussion um die Entwicklung des Weltklimas sollte den Blick auch darauf lenken, ob die Wirtschaft sparsam mit natürlichen Materialien umgeht. Wie viel Eisen, Platin, Kies oder Holz die Unternehmen verwenden, ist nicht nur für die Umwelt relevant, sondern spielt schon aus Kosten- und Wettbewerbsgründen eine große Rolle.

Im Jahr 2009 wurden weltweit schätzungsweise 68 Milliarden Tonnen Rohstoffe eingesetzt – rund ein Drittel mehr als im Jahr 2000 und doppelt so viel wie Ende der 1970er Jahre. Zugleich sind die Rohstoffpreise in den vergangenen Jahren zum Teil kräftig gestiegen. Bei sogenannten kritischen Rohstoffen – hierzu gehören etwa Niob und Wolfram, die unter anderem in vielen Bereichen der Metall- und Elektro-Industrie wichtig sind – ist zudem die Versorgung aufgrund der politischen Lage in den Förderregionen unsicher.

All dies hat die Wirtschaft in den meisten EU-Ländern dazu angehalten, möglichst effizient mit den verfügbaren Ressourcen umzugehen (Grafik):

Deutschland erwirtschaftete im Jahr 2012 mit je einem Kilogramm Materialeinsatz ein Bruttoinlandsprodukt von 1,90 Euro – damit war die Ressourcenproduktivität 27 Prozent höher als im Jahr 2000.

Deutschland geht demnach sparsamer mit Produktionsmaterial um als der Durchschnitt der EU-Länder.

Dies ist umso bemerkenswerter, als diese Zahlen die internationale Arbeitsteilung nur zum Teil abbilden. Ein Beispiel: Wenn eine Maschine in ein und demselben Land produziert und eingesetzt wird, erfasst die Statistik den gesamten Verbrauch der dafür benötigten Metalle. Geht die Maschine dagegen in den Export, wird dem Empfängerland nur das Gewicht des fertigen Produkts zugerechnet. Da aber aus Metall hergestellte Güter wesentlich leichter sind als das ursprünglich eingesetzte Material, wird der Rohstoffeinsatz im Importland unterschätzt, die Rohstoffproduktivität dagegen überschätzt.

Folglich schneiden Länder wie Großbritannien und Luxemburg, die eher auf Dienstleistungen setzen und benötigte Industriegüter vornehmlich importieren, im EU-Vergleich der Rohstoffproduktivität besonders gut ab. Das besonders industrie- und exportstarke Deutschland kommt dagegen schlechter weg, als es seinem eigenen Materialverbrauch entspricht.

Darüber hinaus spiegelt sich in der Veränderung der Rohstoffproduktivität auch die Wirtschafts- und Staatsschuldenkrise wider, die in Ländern wie beispielsweise Spanien zu einer verringerten Bautätigkeit mit entsprechend gesunkenem Materialeinsatz geführt hat.

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