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Beschäftigte preschen beim Einsatz von KI vor

Fast drei von zehn Beschäftigten, die KI im Job nutzen, verwenden dabei Tools, die ihr Arbeitgeber nicht bereitgestellt hat. Das ist risikobehaftet und ein deutliches Signal an die Unternehmen, beim Aufbau ihrer KI-Infrastruktur mehr Tempo zu machen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Im Frühjahr 2026 gaben gut 29 Prozent der KI-User unter den vom IW befragten Beschäftigten in Deutschland an, im Beruf KI-Tools zu nutzen, die nicht ihr Arbeitgeber zur Verfügung gestellt hat.
  • Der Anteil dieser sogenannten Schatten-KI-Nutzer ist vor allem unter den Jüngeren, bei Führungskräften und in kleineren Betrieben hoch.
  • Die Unternehmen sind demzufolge gefordert, die Prüfung und Bereitstellung passender, datenschutzkonformer KI-Tools zu beschleunigen, wobei die Politik vor allem kleinere Betriebe unterstützen kann.
Zur detaillierten Fassung

Schatten-KI – hinter diesem düster klingenden Begriff steckt nichts weiter als die Tatsache, dass in vielen Unternehmen Mitarbeiter aus eigenem Antrieb heraus private Zugänge zu ChatGPT und Co. nutzen, weil die Firma die gewünschten Tools noch nicht offiziell eingeführt hat. Das geschieht keineswegs selten (Grafik):

Im Frühjahr 2026 gaben gut 29 Prozent der KI-User unter den vom IW befragten Beschäftigten in Deutschland an, im Beruf KI-Tools zu nutzen, die nicht ihr Arbeitgeber zur Verfügung gestellt hat.

So viel Prozent der KI-Nutzer in Unternehmen in Deutschland verwenden KI-Tools, die nicht ihr Arbeitgeber bereitgestellt hat Download: Grafik (JPG) herunterladen Grafik (EPS) herunterladen Tabelle (XLSX) herunterladen

Das bedeutet nicht zwingend, dass die Arbeitnehmer die KI heimlich oder verbotenerweise einsetzen – aber eben jenseits der betrieblichen Kontrolle. Das birgt Risiken – für den Ablauf der Arbeitsprozesse, den Datenschutz und die Bewahrung von Geschäftsgeheimnissen.

Im Frühjahr 2026 gaben gut 29 Prozent der KI-User unter den vom IW befragten Beschäftigten in Deutschland an, im Beruf KI-Tools zu nutzen, die nicht ihr Arbeitgeber zur Verfügung gestellt hat.

Ein näherer Blick auf die Befragungsergebnisse zeigt: Der Anteil der Schatten-KI-Nutzer ist bei den unter 30-Jährigen mit gut 38 Prozent fast doppelt so hoch wie bei den über 55-Jährigen (rund 21 Prozent). Zudem nutzen Führungskräfte und Akademiker Schatten-KI deutlich häufiger als Beschäftigte ohne Führungsverantwortung beziehungsweise beruflich Qualifizierte. Und:

In Betrieben mit weniger als 50 Beschäftigten nutzt ein Drittel der KI-Nutzer Tools, die nicht vom Unternehmen bereitgestellt wurden – in Firmen mit mindestens 250 Mitarbeitern beträgt der Anteil nur ein Viertel.

Das bedeutet nicht zwingend, dass kleine Unternehmen beim Thema KI weniger aktiv sind – zumal der IW-Beschäftigtenbefragung zufolge der Anteil der Schatten-KI-Nutzer gerade bei jenen Arbeitnehmern hoch ist, die ihrem Betrieb ein starkes Engagement beim Aufbau von KI-Kompetenzen bescheinigen.

Offenbar ist es so: In Unternehmen, die den KI-Einsatz generell fördern, schreiten die Mitarbeiter oft schneller zur Tat, als der Betrieb mit der Prüfung und Bereitstellung passender, datenschutzkonformer Tools hinterherkommt.

Diese Bereitstellungslücke gilt es zu schließen, wobei die Politik vor allem kleinere Unternehmen unterstützen kann, indem sie diesen beispielsweise Muster-Richtlinien für die KI-Nutzung an die Hand gibt und über geprüfte Standardlösungen informiert.

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