Pflegedienstleistungen Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Berufe mit Zukunft

Rund 1,6 Millionen professionelle Pflegekräfte kümmern sich in Deutschland um Kranke, Alte, Behinderte oder andere hilfebedürftige Menschen. Die Branche könnte sogar noch mehr Mitarbeiter beschäftigen – wenn es genügend Fachkräfte gäbe.

Kernaussagen in Kürze:
  • Rund 1,6 Millionen professionelle Pflegekräfte kümmern sich in Deutschland um Kranke, Alte, Behinderte oder andere hilfebedürftige Menschen.
  • Die Pflegeberufe sind typische Frauenberufe – vier Fünftel aller Beschäftigten sind weiblich.
  • Der öffentliche Dienst zahlt einer Krankenpflegerin je nach Berufsjahr und Leistung 2.076 bis 2.854 Euro brutto im Monat.
Zur detaillierten Fassung

Wer kennt sie nicht, die Kleinwagen mit der Aufschrift „Ambulanter Pflegedienst“. Dabei spielt sich der Großteil der Pflege – zumindest an der Zahl der Arbeitsplätze gemessen – nicht daheim ab, sondern in den Pflegeheimen. Diese sind die wichtigsten Arbeitgeber im Pflegemarkt und beschäftigen knapp eine halbe Million sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer. Weitere große Arbeitgeber sind Alten- und Behindertenheime mit insgesamt 290.000 Mitarbeitern. Und auch die soziale Betreuung von Alten und Behinderten benötigt viel Manpower, insgesamt arbeiten hier 250.000 Beschäftigte; dazu zählen auch die Mitarbeiter der mobilen Dienste.

Zu den Pflegekräften in diesen Branchen kommen noch jene Beschäftigten, die zwar auch pflegen, aber nicht in Pflegeeinrichtungen, sondern in anderen Branchen arbeiten. Dazu zählen vor allem Krankenschwestern und -pfleger in Kliniken.

Die Pflegeberufe sind typische Frauenberufe – vier Fünftel aller Beschäftigten sind weiblich.

Und weil Frauen häufiger Teilzeit arbeiten als Männer, ist auch der Anteil von Teilzeitbeschäftigten in der Pflegebranche mit 41 Prozent doppelt so hoch wie im Durchschnitt der Gesamtwirtschaft (20 Prozent).

Das Qualifikationsniveau der Pfleger und Pflegerinnen ist dagegen leicht unterdurchschnittlich. Zwar ist der Anteil der Beschäftigten ohne Berufsausbildung mit 13 Prozent genauso hoch wie im Schnitt aller Berufe. Doch der Anteil der Akademiker beträgt nur 5 Prozent – er ist damit nicht einmal halb so hoch wie im gesamtwirtschaftlichen Mittel (11 Prozent).

Trotzdem ist der Pflegeberuf ein Beruf mit Zukunft – wegen der zunehmenden Zahl älterer Menschen.

Der Bedarf an Arbeitskräften kann jedoch oft schon heute nicht gedeckt werden. Pflegeeinrichtungen fällt es mitunter schwer, gut ausgebildete Arbeitskräfte zu finden. Es gibt aber auch den umgekehrten Fall – denn ob jemand auf dem Pflegemarkt gefragt ist oder nicht, hängt ganz von seiner Qualifikation ab (Grafik):

Arbeitslose Pflegekräfte.

Vor allem bei den Helfern konkurrieren viele Arbeitslose um eine offene Stelle. Hier geht es um Tätigkeiten, für die in der Regel keine Berufsausbildung erforderlich ist (Kasten). Auch Altenpflegehelfer, die eine einjährige Ausbildung absolviert haben, fallen darunter. Des Weiteren haben Hauspfleger schlechte Karten.

Gesuchte Fachkräfte.

Bei den ausgebildeten Altenpflegern dagegen kann jeder Arbeitslose rechnerisch unter drei gemeldeten Stellenangeboten wählen. In einigen Regionen ist die Lage allerdings schon dramatisch. In Baden-Württemberg zum Beispiel stehen derzeit 1.305 Stellenangeboten für Fachkräfte in der Altenpflege lediglich 272 Arbeitslose gegenüber.

Der öffentliche Dienst zahlt einer Krankenpflegerin je nach Berufsjahr und Leistung 2.076 bis 2.854 Euro brutto im Monat (Grafik). Helfer bekommen deutlich weniger.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene

Mehr auf iwkoeln.de