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Bekannte Muster

Die Zwischenbilanz für den Ausbildungsmarkt 2015 zeigt bekannte Muster: Angebot und Nachfrage passen regional oft nicht zusammen. Außerdem konzentrieren sich die Berufswünsche der Jugendlichen weiterhin auf wenige Berufe.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Berufswünsche der Jugendlichen konzentrieren sich weiterhin auf wenige Berufe.
  • Mehr als 40 Prozent aller Bewerber konkurrieren um zehn Ausbildungsberufe, bei den Frauen sind es 55 Prozent.
  • Im Bereich Klempnerei, Sanitär, Heizung und Klimatechnik kommen fast zwei Stellen auf einen Bewerber.
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Zwischen Oktober 2014 und Juli 2015 haben die Unternehmen 484.564 Ausbildungsstellen bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet, das waren 1,9 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Die Zahl der gemeldeten Bewerber ist dagegen leicht um 0,7 Prozent auf 508.584 zurückgegangen. Angebot und Nachfrage nähern sich damit immer mehr an: Im Juli 2014 übertraf die Zahl der Bewerber die der angebotenen Stellen noch um 37.500. Im Juli 2015 betrug der Nachfrageüberhang lediglich 24.000 Bewerber.

Auch wenn Angebot und Nachfrage näher beieinanderliegen, wird am Ende des Vermittlungszeitraums der eine oder andere Bewerber leer ausgehen und die eine oder andere Lehrstelle unbesetzt bleiben. Denn Angebot und Nachfrage verteilen sich bundesweit sehr unterschiedlich:

In Bayern, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern kommen auf einen interessierten Bewerber mehrere Ausbildungsstellen, in NRW oder Sachsen konkurrieren dagegen mehrere Jugendliche um einen Platz.

Ein weiterer Grund für den Mismatch von Angebot und Nachfrage sind die Berufswünsche der jungen Leute – sie konzentrieren sich auf wenige Ausbildungsberufe und lassen so einen großen Teil des Ausbildungsangebots außer Acht:

Mehr als 40 Prozent aller Bewerber konkurrieren um zehn Ausbildungsberufe – bei den Frauen sind es sogar 55 Prozent.

Unter den zehn Berufen mit den meisten unbesetzten Ausbildungsstellen gibt es zwar einige, die sich mit den Berufswünschen der unversorgten Bewerber decken. In anderen Berufen dürfte die Besetzung aber schwer werden (Grafik). Im Bereich Klempnerei, Sanitär, Heizung und Klimatechnik kommen fast zwei Stellen auf einen Bewerber.

Um das duale System zukunftsfest zu machen, ist es wichtig, Unternehmen und Jugendliche zusammenzubringen. Die Förderung der regionalen Mobilität durch mehr Jugendwohnen sowie eine Berufsberatung, die Jugendlichen die vielfältigen Möglichkeiten aufzeigt, sind dabei zwei mögliche Ansatzpunkte.

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