Bundesländer-Vergleich 20.09.2016 Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Bayern boomt, NRW schwächelt

Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Bayern sind die vier größten Bundesländer in Deutschland – sowohl was die Fläche als auch was die Zahl der Bewohner angeht. Damit sind die Gemeinsamkeiten allerdings auch schon erschöpft, denn unter ökonomischen Aspekten schneiden die beiden südlichen Länder deutlich besser ab als NRW und Niedersachsen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Bayern erzielt seit 2000 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 1,9 Prozent, NRW konnte sein Bruttoinlandsprodukt jährlich nur um knapp 1 Prozent steigern.
  • In weiten Teilen Bayerns und Baden-Württembergs herrscht Vollbeschäftigung, in Nordrhein-Westfalen liegt die Arbeitslosigkeit bei 8 Prozent.
  • Düsseldorf hat seine Verschuldung 2015 weiter erhöht, das Haushaltsdefizit betrug zuletzt knapp 2 Milliarden Euro.
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Der Freistaat Bayern erzielt seit dem Jahr 2000 im Durchschnitt eine jährliche Wachstumsrate von fast 1,9 Prozent, während das traditionell industriestarke Nordrhein-Westfalen sein Bruttoinlandsprodukt jährlich nur um knapp 1 Prozent steigern konnte. Auf ein Jahr gesehen mag die Differenz nicht allzu groß erscheinen, doch über einen Zeitraum von 16 Jahren ist ein solcher Rückstand verheerend.

Das bevölkerungsreichste Bundesland – Nordrhein-Westfalen – steckt in ernsthaften wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

Dass das bevölkerungsreichste Bundesland in ernsthaften wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckt, zeigen auch einige andere Konjunkturkennziffern. Während die Zahl der Erwerbstätigen in Westdeutschland seit 2000 um 9 Prozent zugelegt hat, fällt das Plus in NRW mit gerade einmal 7 Prozent vergleichsweise schwach aus – noch schlechter hat sich die Erwerbstätigkeit in den westdeutschen Ländern nur in Bremen und im Saarland entwickelt.

Kein Wunder also, dass auch die Zahl der Arbeitslosen in Nordrhein-­Westfalen recht hoch ist. Während in weiten Teilen Bayerns und in einigen Regionen Baden-­Württembergs Vollbeschäftigung herrscht, sind in Nordrhein-Westfalen fast 8 Prozent der Erwerbsfähigen ohne Job. Unter den Flächenländern ist die Arbeitslosenquote nur in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-­Anhalt höher.

Die Wirtschaftsschwäche von NRW wird manchem Unternehmer zum Verhängnis. An Rhein und Ruhr gehen pro Jahr im Durchschnitt fast zwölf von 1.000 Betrieben in die Insolvenz – so viele wie in keinem anderen Bundesland.

Weit entfernt ist NRW auch von einem ausgeglichenen Haushalt. Dieses Ziel sollen laut Schuldenbremse bis 2020 alle Länder erreichen. Bayern gelingt es seit Jahren, Überschüsse im Staatshaushalt zu erwirtschaften – und das trotz hoher Beiträge zum Länderfinanzausgleich. Baden-Württemberg erreicht immerhin eine schwarze Null, Niedersachsen muss noch ein wenig konsolidieren. Anders Nordrhein-Westfalen: Düsseldorf hat die Verschuldung im Jahr 2015 weiter erhöht, das Haushaltsdefizit betrug zuletzt annähernd 2 Milliarden Euro.

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