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Bankgeschäfte gehen online

Nicht nur Kreditinstitute nutzen heute digitale Technologien, auch branchenfremde Neulinge, sogenannte Fintechs. Sie ermöglichen Kunden beispielsweise das Bezahlen per Smartphone. Viele Bundesbürger stehen den modernen Techniken allerdings noch skeptisch gegenüber.

Kernaussagen in Kürze:
  • In Deutschland schrecken viele Menschen vor dem Onlinebanking zurück.
  • Gerade mal die Hälfte der Bundesbürger erledigt Bankgeschäfte online.
  • Ein Grund für diese Zurückhaltung dürfte mangelndes Vertrauen in die Datensicherheit sein.
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Früher ging man in die Filiale, um die Zinsen ins Sparbuch nachtragen zu lassen oder Überweisungen abzugeben. Heute kann man all das bequem per Internet erledigen – und noch viel mehr: Onlinebezahldienste wie PayPal oder Google Wallet machen es leicht, vom PC oder Smartphone aus praktisch auf der ganzen Welt einzukaufen.

Die Firmen, die hinter diesen Bezahldiensten stecken, sind allerdings keine klassischen Kreditinstitute, sondern sogenannte Fintechs – das Kürzel steht für moderne Finanztechnologien. Um ihre Dienste in Deutschland gewerblich anzubieten, benötigen die Fintechs eine Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.

Diese Genehmigungen werden nur für den Einzelfall und die konkrete Geschäftsidee erteilt und sind mit hohen Auflagen versehen: So muss sichergestellt sein, dass der Anbieter keine Geldwäsche betreibt, seine IT sicher ist und genügend Eigenkapital vorhanden ist.

Aufgrund vergleichsweise hoher regulatorischer Hürden sind Fintechs keine direkte Konkurrenz für Banken und Sparkassen. Trotzdem tun die klassischen Kreditinstitute gut daran, in die neuen Technologien zu investieren – indem sie entweder selbst digitale Lösungen entwickeln oder strategische Allianzen mit Fintechs eingehen und so von deren Innovationen profitieren.

Tatsächlich ist die Nutzung solcher innovativen Angebote in Deutschland noch wenig verbreitet. Viele Menschen schrecken selbst vor dem Onlinebanking zurück (Grafik):

Gerade mal die Hälfte der Bundesbürger nutzt die Möglichkeit, Bankgeschäfte online zu erledigen.

In den skandinavischen Ländern betreiben mehr als 80 Prozent der Erwachsenen Onlinebanking, im EU-Durchschnitt sind es 44 Prozent.

Ein Grund für die Zurückhaltung der Verbraucher dürfte das mangelnde Vertrauen in die Datensicherheit sein. Tatsächlich stammt die aktuelle europäische Datenschutzrichtlinie aus dem Jahr 1995 und ist somit hoffnungslos veraltet. Eine von der EU-Kommission vorgeschlagene Reform dürfte frühestens 2017 in Kraft treten.

Für die Fintech-Unternehmen ist dies eine schlechte Nachricht. Denn solange Verbraucher Sorge um ihre Daten haben, werden sie um digitale Finanzdienstleistungen weiterhin einen großen Bogen machen.

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