Der Informationsdienst
des Instituts der deutschen Wirtschaft

Der Informationsdienst
des Instituts der deutschen Wirtschaft

Landtagswahl Lesezeit 2 Min.

Baden-Württemberg: Getrübte Stimmung vor der Wahl

Am 8. März wählen die Baden-Württemberger einen neuen Landtag. Wirtschaftlich steht das Bundesland noch gut da – die künftige Regierung muss sich aber um die Zukunft der Industrie kümmern.

Kernaussagen in Kürze:
  • Am 8. März 2026 wählen die Baden-Württemberger einen neuen Landtag.
  • Im gesamtdeutschen Vergleich steht das Bundesland gut da, bei allen wichtigen Wirtschaftsindikatoren schneidet Baden-Württemberg besser ab als der Bundesdurchschnitt.
  • Die künftige Landesregierung muss aber dringend den Standort stärken, denn die Stimmung ist aufgrund des in vielen großen Unternehmen geplanten Stellenabbaus getrübt.
Zur detaillierten Fassung

Es ist das Ende einer Ära: Wenn die rund 7,7 Millionen Wahlberechtigten in Baden-Württemberg am 8. März ihren neuen Landtag wählen, wird Winfried Kretschmann nicht mehr auf dem Wahlzettel stehen. Nach 15 Jahren als Regierungschef tritt der Grünen-Politiker ab. Wer ihn beerbt, ist offen – laut Umfragen zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen seinem Nachfolger Cem Özdemir und CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel ab.

Über den Ausgang der Wahl dürfen zum ersten Mal auch 16- und 17-Jährige mitentscheiden – Baden-Württemberg ist eines von sechs Bundesländern, die das Wahlalter für Landtagswahlen herabgesetzt haben. Die Minderjährigen machen gut 180.000 der knapp 650.000 Erstwähler im Ländle aus.

Stellenabbaupläne großer Unternehmen trüben die Stimmung

Wie die Wahl auch ausgehen wird: Die künftigen Regierungsparteien müssen den Standort stärken, denn die Stimmung im Bundesland ist getrübt. In einer Umfrage des Südwestrundfunks bewertete im Januar 2026 nur noch rund ein Drittel der Einwohner die wirtschaftliche Lage als gut und lediglich 13 Prozent erwarteten einen konjunkturellen Aufschwung. Das dürfte vornehmlich daran liegen, dass eine ganze Reihe großer Unternehmen wie Bosch, Mercedes-Benz oder der Autozulieferer ZF Friedrichshafen plant, Stellen abzubauen.

Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner lag in Baden-Württemberg 2024 rund 13 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Aufgrund des geplanten Stellenabbaus vieler großer Unternehmen ist die Stimmung im Bundesland aber getrübt.

Im gesamtdeutschen Vergleich steht das Bundesland aber noch gut da (Grafik):

Bei allen wichtigen Wirtschaftsindikatoren schneidet Baden-Württemberg besser ab als der Bundesdurchschnitt.

Wirtschaftsindikatoren im Jahr 2025 Download: Grafik (JPG) herunterladen Grafik (EPS) herunterladen Tabelle (XLSX) herunterladen

So lag das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner 2024 rund 13 Prozent über dem Bundesdurchschnitt, die Arbeitslosenquote war 2025 fast zwei Prozentpunkte niedriger. Im Städteranking der IW Consult kommen zudem regelmäßig viele baden-württembergische Städte auf vordere Plätze, die Landeshauptstadt Stuttgart landet seit Jahren unter den ersten drei.

Ausbaufähig ist dagegen die Glasfaserversorgung – Mitte 2025 konnte weniger als ein Drittel der privaten Haushalte in Baden-Württemberg eine Geschwindigkeit von mindestens 1.000 Megabit pro Sekunde per Glasfaser nutzen, nur im Saarland und in Thüringen waren es noch weniger. Dazu passen Ergebnisse aus dem IW-Zukunftspanel vom Frühjahr 2025, bei dem 36 Prozent der baden-württembergischen Firmen angaben, durch Probleme mit den Kommunikationsnetzen in ihren Geschäftsabläufen erheblich beeinträchtigt zu sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene