Städteranking 2013 Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Autostädte vorn

Für das Städteranking 2013 hat die IW Consult 71 kreisfreie Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern untersucht und zahlreiche Indikatoren in den Kategorien Arbeitsmarkt, Wirtschaftsstruktur, Immobilienmarkt und Lebensqualität miteinander verglichen. Demnach ist Wolfsburg Deutschlands dynamischste Stadt. Kräftig aufwärts ging es auch mit einigen bayerischen Städten.

Kernaussagen in Kürze:
  • Städteranking 2013: Wolfsburg ist Deutschlands dynamischste Stadt.
  • Wolfsburg hat sich von 2007 bis 2012 auf den untersuchten Feldern Arbeitsmarkt, Wirtschaftsstruktur, Lebensqualität und Immobilienmarkt am besten entwickelt.
  • Auf den hinteren zehn Plätzen finden sich, sowohl was Status quo als auch Entwicklung anbelangt, fast ausschließlich Städte aus Nordrhein-Westfalen.
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„Wenn VW hustet, bekommt Wolfsburg eine Grippe“, lautet ein geflügeltes Wort. Aber auch umgekehrt gilt: Wenn der Autokonzern Erfolge feiert, geht es der Stadt blendend. Nicht von ungefähr belegt die 1938 gegründete Retortenstadt im Städteranking 2013 der Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult den ersten Platz in der Kategorie Dynamik (Grafik):

Wolfsburg hat sich von 2007 bis 2012 auf den untersuchten Feldern Arbeitsmarkt, Wirtschaftsstruktur, Lebensqualität und – dem erstmals einbezogenen – Immobilienmarkt am besten entwickelt.

Deutschlands Dynamiker und Absteiger im Vergleich. Betrachtet man nicht die Entwicklung, sondern das bereits erreichte wirtschaftliche Niveau, liegt wie schon in den vergangenen Jahren München vorn – Wolfsburg folgt auf Platz zwei.

Besonders dynamisch entwickelt haben sich neben der niedersächsischen Autometropole das bayerische Ingolstadt, Sitz des Autobauers Audi, und Erlangen, der weltweit größte Siemens-Standort. Auch auf den Plätzen vier, fünf und sieben tummeln sich mit Regensburg, Leipzig und Braunschweig weitere Städte mit starker Automobilindustrie. Die Bundeshauptstadt Berlin macht sich ebenfalls gut: Sie belegt vor allem aufgrund ihrer vielen Start-ups und der Attraktivität für in- wie ausländische Fachkräfte den achten Platz im Dynamik-Ranking.

Jene Faktoren, die einzelne Städte erfolgreich machen, sind im Prinzip dieselben, die für den derzeitigen wirtschaftlichen Erfolg ganz Deutschlands verantwortlich sind:

  1. Starke Industrie: In den besonders dynamischen Städten hat die Industrie einen hohen Wertschöpfungsanteil.
  2. Internationaler Erfolg: Die produzierten Güter werden zu einem großen Teil exportiert.
  3. Viel Forschung: Die ansässigen Unternehmen investieren relativ viel in Forschung und Entwicklung.

Auf den hinteren zehn Plätzen finden sich, sowohl was Status quo als auch Entwicklung anbelangt, fast ausschließlich Städte aus Nordrhein-Westfalen. Eine schwache Dynamik weist zum einen der Ruhrpott mit Oberhausen, Mülheim, Herne und Gelsenkirchen auf, aber auch das Bergische Land zählt mit Schlusslicht Remscheid, Wuppertal und Solingen zu den Verlierern. Dazu gesellt sich die Stahlstadt Salzgitter – ganze 50 Kilometer vom Gewinner Wolfsburg entfernt, sogar VW-Standort, aber doch mit völlig anderen Sorgen: Der Immobilienmarkt schwächelt und die Arbeitslosenquote ist mit 8,9 Prozent im November 2013 fast doppelt so hoch wie in Wolfsburg (4,6 Prozent).

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