Wirtschafts-Nobelpreis 2013 Lesezeit 1 Min. Lesezeit 1 Min.

Auszeichnung für Aktien-Experten

Der mit 8 Millionen Schwedischen Kronen dotierte Wirtschafts-Nobelpreis geht in diesem Jahr an die drei amerikanischen Ökonomen Eugene F. Fama, Lars Peter Hansen und Robert J. Shiller. Alle drei haben sich in ihren Forschungen mit den Kursbewegungen an den Kapitalmärkten beschäftigt, offiziell erhalten sie die Auszeichnung für ihre „empirische Analyse der Preise von Vermögenswerten“.

Kernaussagen in Kürze:
  • Der mit 8 Millionen Schwedischen Kronen dotierte Wirtschafts-Nobelpreis geht in diesem Jahr an die drei amerikanischen Ökonomen Eugene F. Fama, Lars Peter Hansen und Robert J. Shiller.
  • Professor Fama aus Chicago ist der Vater der Effizienzmarkthypothese, nach der die Aktienkurse bereits alle verfügbaren Informationen über die Unternehmen enthalten.
  • R. J. Schiller und Karl E. Case entwickelten den nach ihnen benannten Case-Shiller-Index, den wichtigsten Immobilienpreisindex in den USA.
Zur detaillierten Fassung

Fama analysierte, ob die Aktienkurse sämtliche Informationen über den Unternehmenserfolg widerspiegeln; Shiller ging der Frage nach, wie Preisblasen auf den Finanzmärkten entstehen, und Hansen entwickelte die statistische Methodik für diese Fragestellungen.

Professor Fama aus Chicago ist der Vater der Effizienzmarkthypothese, nach der die Aktien­kurse bereits alle verfügbaren Informationen über die Unternehmen enthalten. Denn der Hypothese zufolge sind die Aktienhändler die Ersten, die neue Informationen über ein Unternehmen gewinnbringend einsetzen wollen. Sobald der Aktienkurs reagiert hat, sind die Neuigkeiten eingepreist – mit ihrer Hilfe lassen sich dann keine Gewinne mehr erzielen.

Yale-Ökonom Shiller zweifelte genau diese Hypothese an und zeigte, dass Aktienkurse sehr wohl zu Über- und Unterbewertungen und sogar zu Preisblasen neigen. Shiller ist zudem Autor des Ökonomen-Bestsellers „Irrationaler Überschwang“, in dem er die New-Economy-Blase auf dem US-Aktienmarkt prognostizierte. Einer breiten Öffentlichkeit ist er auch durch seine frühen Warnungen vor einer Spekulationsblase auf dem amerikanischen Immobilienmarkt bekannt.

Anders als Fama beschränkte sich Shiller bei seinen Untersuchungen von Preisschwankungen nicht allein auf Marktdaten, sondern er griff zusätzlich psychologische Faktoren auf, die er aus Umfragen ermittelte. Damit etablierte sich der mit einer Psychologin verheiratete Ökonom zu einem Vorreiter der Forschungsrichtung „Behavioral Finance“, die Preisschwankungen an Finanzmärkten hauptsächlich durch Marktpsychologie erklärt.

Für die Praxis entwickelte er zusammen mit seinem Kollegen Karl E. Case den nach ihnen benannten Case-Shiller-Index, der die Preisentwicklung auf dem US-Häusermarkt widerspiegelt und der der wichtigste Immobilienpreisindex in den USA ist.

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