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Auslandssemester lohnen sich

Wer schon während des Studiums im Ausland war, kann bereits bei der Einstellung punkten und hat es im Berufsleben leichter. Denn ohne Kontakte zu ausländischen Geschäftspartnern kommen immer weniger Firmen aus.

Kernaussagen in Kürze:
  • In fast der Hälfte der Unternehmen mit Akademikern werden häufig Fremdsprachenkenntnisse benötigt.
  • Mit ausländischen Kollegen im Team zu arbeiten, gehört in drei von zehn Unternehmen zum Alltag.
  • Sechs von zehn Firmen mit internationalen Aktivitäten geben Bewerbern mit Auslandserfahrung den Vorzug.
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Bis zum Jahr 2020 soll nach dem Willen von Bund und Ländern jeder zweite Hochschulabsolvent Erfahrungen im Ausland gesammelt haben. Noch allerdings studiert erst ein gutes Drittel der jungen Leute ein paar Monate jenseits der deutschen Grenze. Diese Zurückhaltung kommt nicht von ungefähr: Laut einer vom Bundesbildungsministerium beauftragten Umfrage glaubt nur jeder zweite Student, dass ein Auslandsstudium beruflich und persönlich von Nutzen ist.

Das dürfte zu kurz gedacht sein, wie eine Befragung von 1.008 Personalverantwortlichen durch das Institut der deutschen Wirtschaft Köln und den Deutschen Akademischen Austauschdienst zeigt.

Besonders begehrt sind Akademiker, die schon während ihres Studiums im Ausland waren.

Demnach werden in fast der Hälfte der Unternehmen, die aktuell oder zukünftig Akademiker beschäftigen, häufig Fremdsprachenkenntnisse benötigt. Das gilt selbst für kleine Betriebe mit weniger als 50 Mitarbeitern.

Auch Auslandskontakte sind bei Groß und Klein oft an der Tagesordnung, ebenso Dienstreisen ins Ausland.

Mit ausländischen Kollegen im Team zu arbeiten gehört in drei von zehn Unternehmen zum Alltag – wobei dies in Kleinunternehmen allerdings seltener der Fall ist als in Großbetrieben.

Alle diese auslandsbezogenen Tätigkeiten seien für den Erfolg der Firma wichtig – sagen zwei Drittel der Unternehmen, die international aufgestellt sind. Aber auch die anderen Betriebe können sich durchaus vorstellen, dass sie in Zukunft vor allem dann erfolgreich sind, wenn sie über polyglotte Mitarbeiter verfügen. Zumal fast jeder zweite Personalchef damit rechnet, dass für seine Firma die Beziehungen zum Ausland wichtiger werden.

Auslandsstudium von Vorteil

Besonders gute Karten, solche Tätigkeiten zu übernehmen, haben nach Ansicht der Unternehmen Akademiker, die schon während ihres Studiums im Ausland waren.

Etwa sieben von zehn Unternehmen, in denen es Tätigkeiten mit Auslandsbezug gibt, gehen davon aus, dass auslandserfahrene Hochschulabsolventen mit Fremdsprachen besser zurechtkommen als solche ohne Auslandserfahrung.

Darüber hinaus sagen fast zwei Drittel der Unternehmen über weitgereiste Mitarbeiter, diese seien besser darauf vorbereitet, in internationalen Teams zu arbeiten als Kandidaten ohne Auslandserfahrung.

Auch was die allgemeine berufliche Leistungsfähigkeit betrifft, ist Auslandserfahrung offenkundig ein Pluspunkt: Fast sechs von zehn Unternehmen, die diesen Vergleich anstellen konnten, geben an, dass auslandserfahrene Akademiker ihre beruflichen Aufgaben im Allgemeinen besser bewältigen als Absolventen ohne Auslandserfahrung.

Mobilität im Studium zahlt sich zudem schon bei der Einstellung aus: Sechs von zehn Unternehmen mit internationalen Aktivitäten geben Bewerbern mit Auslandserfahrung den Vorzug – vorausgesetzt, die sonstigen Qualifikationen sind gleich.

Vgl. Deutscher Akademischer Austauschdienst, Institut der deutschen Wirtschaft Köln (Hrsg.), Hochschulabsolventen mit Auslandserfahrungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt, Bonn 2016

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