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Ausländische Akademiker

Sie heißen Li und Ljudmila, Dilip und Francoise: Im Jahr 2011 – aktuellere Zahlen gibt es nicht – studierten in Deutschland 272.700 Personen mit einem ausländischen Pass. Lässt man die jungen Leute außer Acht, die in der Bundesrepublik aufgewachsen sind und hier ihre Hochschulzugangsberechtigung erworben haben, bleiben annähernd 185.000 „echte“ akademische Ausländer übrig – also all jene, die tatsächlich zu Studienzwecken nach Deutschland eingereist sind.

Kernaussagen in Kürze:
  • Im Jahr 2011 – aktuellere Zahlen gibt es nicht – studierten in Deutschland 272.700 Personen mit einem ausländischen Pass.
  • Fast die Hälfte der ausländischen Absolventen bleibt nach dem Hochschulabschluss in Deutschland.
  • Vor allem mangelnde Sprachkenntnisse führen dazu, dass die Abbrecherquoten unter den Auslandsstudenten an den hiesigen Hochschulen deutlich höher sind als unter den deutschen Studenten.
Zur detaillierten Fassung

Obwohl sich in den vergangenen Jahren immer mehr internationale Studenten an deutschen Hochschulen eingeschrieben haben – 2011 betrug der Anteil dieser sogenannten Bildungsausländer an allen Erstsemestern annähernd 15 Prozent -, hat sich die Position der Bundesrepublik im Wettbewerb um ausländische Studenten verschlechtert: Im Jahr 2011 entfielen 6,3 Prozent der weltweit etwa 4,3 Millionen Auslandsstudenten auf Deutschland – im Jahr 2000 studierten noch 9 Prozent aller ausländischen Studenten in der Bundesrepublik.

Angesichts des demografischen Wandels und dem damit einhergehenden Fachkräftemangel ist das keine wünschenswerte Entwicklung. Doch auch bei der beruflichen Bildung drückt der Schuh. Zwar konnte Deutschland zuletzt einige junge Leute aus den europäischen Krisenländern gewinnen, weil sie hier eine Berufsausbildung begonnen haben, doch unter´m Strich kommen noch relativ wenige Einwanderer wegen einer Lehrstelle in die Bundesrepublik. Zusätzliche Fachkräfte ließen sich darüber hinaus rekrutieren, wenn Männer und Frauen mit im Ausland erworbenen Abschlüssen verstärkt für den deutschen Arbeitsmarkt weitergebildet würden.

Auch bei den ausländischen Studenten besteht Handlungsbedarf. So führen vor allem mangelnde Sprachkenntnisse dazu, dass die Abbrecherquoten unter den Auslandsstudenten an den hiesigen Hochschulen deutlich höher sind als unter den deutschen Studenten.

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Fast die Hälfte der ausländischen Absolventen bleibt nach dem Hochschulabschluss in Deutschland – bislang ging man davon aus, dass nur jede vierte ausländische Akademiker bleibt.

Das ist insbesondere deshalb erfreulich, da viele der ausländischen Absolventen einen Abschluss in einem technischen Fach vorweisen können. Um weitere ausländische Akademiker fürs Bleiben zu begeistern, sollten deshalb die Zuwanderungsinformationen verbessert, die Auflagen für Praktika- und Werkstudententätigkeiten für Studenten aus Drittstaaten gelockert und die Willkommenskultur gestärkt werden.

Justina Alichniewicz / Wido GeisZuwanderung über die HochschuleIW Trends 4/2013

Vera Demary / Wido Geis / Christiane Konegen-Grenier / Axel Plünnecke / Susanne Seyda: Internationalisierung der Bildung – Wie das deutsche Bildungssystem für Menschen aus dem Ausland attraktiver werden kannIW-Analysen Nr. 92, Köln 2013, 60 Seiten, 14,90 Euro.Versandkostenfreie Bestellung unter: www.iwmedien.de/bookshop

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