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Ausbildung von Jugendlichen mit Behinderung

In Deutschland bilden derzeit 12 Prozent aller Ausbildungsbetriebe junge Menschen mit einer Behinderung aus. Betrachtet man die vergangenen fünf Jahre, hat sogar knapp ein Viertel der ausbildungsaktiven Unternehmen Auszubildende mit Einschränkungen beschäftigt, wobei größere Unternehmen sich häufiger engagieren als kleinere Betriebe.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die meisten behinderten Auszubildenden haben ein "unsichtbares" Handicap: zum Beispiel eine Legasthenie oder Rechenschwäche.
  • Für die Unternehmen, die Menschen mit Behinderung ausbilden, gibt es zahlreiche Unterstützungsangebote.
  • Derzeit bilden 12 Prozent aller Ausbildungsbetriebe junge Menschen mit Behinderung aus.
Zur detaillierten Fassung

Die meisten dieser Auszubildenden haben eine „unsichtbare“ Behinderung: Der größte Teil der in den Unternehmen ausgebildeten Behinderten weist eine Lernbehinderung auf – etwa eine Legasthenie oder eine Rechenschwäche. Die zweithäufigste Beeinträchtigung sind körperliche Handicaps, gefolgt von psychischen Behinderungen wie Schizophrenie oder Zwangserkrankungen. Nur sehr wenige Unternehmen, die Behinderte ausbilden, haben in den vergangenen fünf Jahren Azubis mit einer geistigen Behinderung beschäftigt.

Fragt man die Betriebe, welche Schwierigkeiten sie im Zusammenhang mit der Ausbildung von Menschen mit Behinderung sehen, teilen sich die Antworten in zwei Gruppen: Während Betriebe, die bereits Menschen mit Behinderung ausgebildet haben, vor allem über ausbleibende oder zu wenige Bewerbungen von Behinderten klagen, sorgen sich die unerfahrenen Unternehmen in erste Linie um die passende räumliche und technische Ausstattung. Rund die Hälfte der Unternehmen ohne entsprechende Erfahrungen fürchtet zudem einen hohen Betreuungsaufwand und bemängelt fehlende Informationen über notwendige Unterstützungs- und Fördermaßnahmen bei der Ausbildung Behinderter.

Dabei gibt es bereits zahlreiche Unterstützungsangebote, zum Beispiel die sozialpädagogische Betreuung oder die themenspezifische Qualifikation der Ausbilder, doch das scheint nicht zu den Personalverantwortlichen durchzudringen.

So erklärt sich auch die breite Zustimmung für einen „One-Stop-Shop“: Mehr als drei Viertel der Unternehmen, die bereits Azubis mit Behinderung beschäftigt haben, wünschen sich einen externen Ansprechpartner, der für alle organisatorischen und institutionellen Fragen zur Verfügung steht und über die gesamte Ausbildungszeit hinweg eine Lotsenfunktion übernimmt.

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