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Aufbau Ost – Abbau West?

25 Jahre nach dem Mauerfall stellen westdeutsche Politiker die besondere Förderung des Ostens in Frage. Dort gäbe es zwar durchaus noch Strukturprobleme, das gelte aber für das Ruhrgebiet oder die Nordseeküste ebenfalls, heißt es. Deshalb müsse die Verteilung von Fördermitteln künftig ohne Blick auf die Himmelsrichtung erfolgen. Insofern bietet es sich 25 Jahre nach dem Ende der DDR an, den Osten einmal mit dem bevölkerungsreichsten westdeutschen Bundesland NRW zu vergleichen.

Kernaussagen in Kürze:
  • 25 Jahre nach dem Mauerfall stellen westdeutsche Politiker die besondere Förderung des Ostens infrage.
  • Der Westen wächst seit Jahren wesentlich langsamer als der Osten.
  • Mit 134 Milliarden Euro ist NRW etwas stärker verschuldet als alle sechs Ostländer zusammen, wobei allein Berlin für die Hälfte der Schulden verantwortlich zeichnet.
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Ostdeutschland bildet mit Berlin einen Wirtschaftsraum von 15,9 Millionen Einwohnern, in Nordrhein-Westfalen leben nur wenig mehr Menschen, nämlich 17,5 Millionen. Während an Rhein und Ruhr heute sogar wieder etwas mehr Bürger wohnen als vor einem Viertel Jahrhundert, ist die Bevölkerung im Osten geschrumpft – während die Infrastruktur ausgebaut wurde.

Allerdings wandern heute nicht mehr jährlich 40.000 bis 50.000 Menschen von Ost nach West wie kurz nach der Wende - die Wanderungsströme sind mittlerweile ziemlich ausgeglichen. Das leichte Wanderungsplus des Ostens geht vor allem auf das Konto Berlins, das junge Leute wie ein Magnet anzieht.

Dass NRW als Ganzes trotz anders lautender Meldungen aus dem Ruhrgebiet nach wie vor kein Armenhaus ist, macht ein Vergleich der Wirtschaftsleistung je Einwohner deutlich. Demnach erreichen die neuen Länder nur drei Viertel der Wirtschaftskraft von Nordrhein-Westfalen. Allerdings wächst der Westen seit Jahren wesentlich langsamer als der Osten.

Mit 134 Milliarden Euro ist NRW etwas stärker verschuldet als alle sechs Ost-Länder zusammen, wobei allein Berlin für die Hälfte aller Schulden verantwortlich zeichnet.

Auch auf den zweiten Blick sieht es so aus, als ob der Osten solider wirtschaftet als der Westen. Denn während die Neuländer für 2013 einen Haushaltsüberschuss von zusammen 3,5 Milliarden Euro ausweisen, steht Nordrhein-Westfalen mit 2,2 Milliarden Euro in der Kreide. Allerdings erhalten die sechs Ostländer 16 Milliarden Euro aus dem Länderfinanzausgleich und den Ergänzungszuweisungen des Bundes.

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