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Auf zum Golf

Sie halten die Wirtschaft in Schwung und bauen all die neuen Wolkenkratzer – ohne Gastarbeiter würde am Arabischen Golf kaum etwas laufen. In Katar etwa kommt jeder dritte Einwohner aus Pakistan oder Indien, Einheimische sind mittlerweile in der Unterzahl.

Kernaussagen in Kürze:
  • Sie halten die Wirtschaft in Schwung und bauen all die neuen Wolkenkratzer – ohne Gastarbeiter würde am Arabischen Golf kaum etwas laufen.
  • In Katar waren bereits im Jahr 2005 rund 80 Prozent der Bevölkerung Migranten.
  • Mit ihrem Einsatz sind die Gastarbeiter aber nicht nur für die Wirtschaft der Golfstaaten von großer Bedeutung, sondern auch für ihre Herkunftsländer.
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Das Scheichtum Katar ist ein reicher Staat. Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 103.000 Dollar je Einwohner steht das Land regelmäßig noch vor Luxemburg an der Spitze internationaler Ranglisten. Auch die anderen Staaten des Golfkooperationsrats, Kuwait, Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und der Oman, zählen zu den Wohlhabenden der Welt.

Zu verdanken haben diese Länder ihren Wohlstand vor allem einer Gruppe – den Gastarbeitern. Durch sie wächst die Wirtschaft und steigen die Einwohnerzahlen. Laut dem World Factbook der CIA dürfte die Bevölkerung Katars in diesem Jahr um mehr als 4 Prozent wachsen. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain erwarten in diesem Jahr einen kräftigen Bevölkerungsschub durch die Zuwanderung. In manch einem Golfstaat sind die Einheimischen sogar schon in der Minderheit (Grafik):

In Katar waren bereits im Jahr 2005 rund 80 Prozent der Bevölkerung Migranten.

Von den etwa 23,6 Millionen Einwohnern Saudi-Arabiens stammten dagegen nur gut 26 Prozent aus dem Ausland. Trotzdem ist der Ausländeranteil immer noch mehr als doppelt so hoch wie der in Deutschland.

Ein Großteil der Immigranten kommt aus Südasien. Die männlichen Inder, Pakistanis, Nepalesen und Bangladescher arbeiten meist auf dem Bau und in einfachen Dienstleistungsjobs. Frauen finden hauptsächlich eine Beschäftigung als Haushaltshilfe.

Die Zahl der männlichen Gastarbeiter übersteigt die der weiblichen allerdings stark, was sich auch in der Bevölkerungszusammensetzung der Golfstaaten widerspiegelt, vor allem bei den Erwerbsfähigen im Alter von 15 bis 65 Jahren: In Katar kommen vier, in Bahrain zwei Männer auf eine Frau. Erst im Alter sind die Verhältnisse wieder ausgeglichen.

Mit ihrem Einsatz sind die Gastarbeiter aber nicht nur für die Wirtschaft der Golfstaaten von großer Bedeutung, sondern auch für ihre Herkunftsländer. Die Geldtransfers in die Heimat machen beispielsweise in Nepal etwa 20 Prozent des Brutto­inlandsprodukts aus.

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