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Auf dem Weg nach oben

Fachkräfte, die sich fortbilden und einen staatlich anerkannten Abschluss machen, steigen öfter auf der Karriereleiter nach oben. Meister und Techniker erwerben mit der Aufstiegsfortbildung zudem die Berechtigung, an jeder Hochschule das Fach ihrer Wahl zu studieren.

Kernaussagen in Kürze:
  • Fachkräfte, die sich fortbilden und einen staatlich anerkannten Abschluss machen, steigen öfter auf der Karriereleiter nach oben.
  • Ein Kaufmann z.B. kann nach einer Fortbildung als Fremdsprachenkorrespondent arbeiten.
  • Facharbeiter können z.B. ihren Meister machen.
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Laut Bundesinstitut für Berufsbildung verfügen in Deutschland derzeit 7,6 Prozent der Erwerbstätigen über einen staatlich anerkannten oder von einer Kammer geregelten Fortbildungsabschluss. Dabei sind drei Levels zu unterscheiden:

1. Fortbildungen, mit denen man sich für spezielle Funktionen im erlernten Berufsfeld qualifiziert. So kann zum Beispiel ein Kaufmann nach der entsprechenden Zusatzprüfung als Fremdsprachenkorrespondent arbeiten.

2. Facharbeiter können ihren Meis­ter, den operativen Professional – das ist der Meister in den IT-Berufen –, Fachwirt oder Techniker machen. Diese Abschlüsse entsprechen dem Bachelor und berechtigen zu einem allgemeinen Studium.

3. Fortbildungen, die für die Unternehmensführung sowie die Entwicklung von Innovationen qualifizieren. Mit Abschlüssen wie Geprüfter Betriebswirt, Informatiker oder Berufspädagoge ist eine Qualifika­tionsstufe erreicht, die dem Master an der Hochschule entspricht.

Je nach Ausbildungsberuf unterscheiden sich auch die Zulassungsvoraussetzungen und Prüfungen für eine Fortbildung:

  • Wer im Unternehmen einen Beruf erlernt hat, also im dualen Ausbildungssystem, der kann die entsprechenden Fortbildungslehrgänge der zuständigen Kammern oder privater Anbieter besuchen. Die Prüfungen finden bei den Kammern statt.
  • Für andere Ausbildungsberufe bieten Fachschulen Weiterbildungsgänge und Prüfungen in den Fachbereichen Agrarwirtschaft, Gestaltung, Technik, Wirtschaft und Sozial­wesen.

Das Fortbildungsangebot wird rege genutzt (Grafik):

Im Jahr 2013 haben insgesamt etwa 160.000 Personen einen Fortbildungsabschluss erlangt – davon 100.000 an einer Kammer und 60.000 an einer Fachschule.

Dass sich eine solche Fortbildung auszahlt, belegen zahlreiche Studien und Statistiken:

  • Eine Befragung des Bundesinstituts für Berufsbildung kommt zu dem Ergebnis, dass Teilnehmer einer Fortbildung häufiger Karriere machen oder mehr verdienen als Kollegen ohne Fortbildung.
  • Meister und Techniker waren zuletzt genauso selten arbeitslos wie Akademiker.
  • Die Möglichkeit, ohne Abitur, aber mit entsprechender Fortbildung zu studieren, wird ebenfalls gerne wahrgenommen:

Aktuelle Zahlen des Centrums für Hochschulentwicklung zeigen, dass im Jahr 2013 rund 13.000 Personen ohne Abitur ein Studium begonnen haben – das waren 2,6 Prozent aller Studienanfänger.

Damit hat sich die Zahl der Studienanfänger ohne Abitur seit 2002 etwa vervierfacht.

Dass die Studienberechtigten ohne Abitur den Hochschulen trotzdem oft fernbleiben, hat Gründe: Viele wissen gar nicht, dass sie studieren dürfen. Zudem unterscheiden sich die formalen und inhaltlichen Anforderungen in den einzelnen Bundesländern und die Zugangsverfahren an den Hochschulen.

So ist oft unklar, welche Studienfächer den Ausgebildeten eines bestimmten Berufs offenstehen – denn auch Personen ohne Fortbildungsabschluss können unter bestimmten Bedingungen studieren. Der Wissenschaftsrat empfiehlt daher dreierlei: Einheitliche Regelungen für den Hochschulzugang und für die Anerkennung von Leistungen aus der Aus- und Fortbildung sowie eine Aufhebung der Fächerbindung.

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