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Auf andere angewiesen

Das rohstoffarme Deutschland importiert einen Großteil der für die Energieversorgung benötig­ten Rohstoffe. Nur bei der Braunkohle und den Erneuerbaren geht die Import­abhängigkeit gegen null.

Kernaussagen in Kürze:
  • Das rohstoffarme Deutschland importiert einen Großteil der für die Energieversorgung benötigten Rohstoffe.
  • Ausländische Energierohstoffe deckten im Jahr 2014 rund 70 Prozent des hiesigen Energiebedarfs.
  • Zweitwichtigster Energieträger ist Erdgas, es liefert ein Fünftel der Energie.
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Die Energieversorgung in Deutschland basiert noch immer größtenteils auf den fossilen Energieträgern Kohle, Erdöl und Erdgas. Unter den Aspekten Versorgungs­sicherheit, Bezahlbarkeit und Umweltverträglichkeit führt in Zukunft kein Weg an einem ausgewogenen Energiemix vorbei.

  1. Einheimische Energieträger decken gerade einmal 30 Prozent des deutschen Primärenergiebedarfs. Dazu zählt auch jene Energie, die für die Gewinnung, Umwandlung und Verteilung benötigt wird.

Der wichtigste einheimische Ener­gierohstoff ist die Braunkohle. Sie ist in ausreichenden Mengen vorhanden und kann auch ohne Subventionen wirtschaftlich gewonnen werden. Die Braunkohle erzeugt seit Jahren konstant etwa 12 Prozent des Primärenergiebedarfs in Deutschland – sie ist damit der viertwichtigste Energielieferant (Grafik).

Aufgrund der Energiewende haben erneuerbare Energien heute mit 11 Prozent eine ähnliche Bedeutung wie die Braunkohle. Ein vorrangiges Ziel der deutschen Energiepolitik ist der Ausstieg aus der Kernkraft bis 2023. Damit entfallen rund 8 Prozent des Primärenergieverbrauchs, die durch erneuerbare Energien ersetzt werden sollen. Wie die Braunkohle sind die Erneuerbaren ein heimischer Energieträger, sofern man von den nötigen Rohstoffen zur Herstellung der Anlagen absieht.

  1. Ausländische Energierohstoffe deckten im Jahr 2014 rund 70 Prozent des hiesigen Energiebedarfs.

Nach Abzug der Ausfuhren hat Deutschland im vergangenen Jahr für rund 85 Milliarden Euro fossile Ener­gieträger importiert.

Der wichtigste Energieträger für Deutschland ist Öl, das für rund ein Drittel des Primärenergieverbrauchs verantwortlich zeichnet und fast komplett aus dem Ausland bezogen wird. Insbesondere im Transportsektor und der Petrochemie ist Öl momentan durch nichts zu ersetzen.

Zwei Drittel der Importe von Mineralölen und Mineralölprodukten stammten 2013 aus Staaten, die nicht zum Europäischen Wirtschaftsraum gehören; allen voran Russland, das gut ein Drittel der deutschen Rohölimporte liefert. Ein weiteres gutes Viertel steuern die Nordsee-Anrainer Norwegen und das Vereinigte Königreich bei.

Zweitwichtigster Energieträger ist Erdgas – es liefert ein Fünftel der Energie. Auch dieser Rohstoff kommt überwiegend aus dem Ausland, zumal sich die deutsche Erdgasproduktion aufgrund des Rückgangs neuer Bohrungen und dem Nein zum Fracking in den vergangenen zehn Jahren um fast die Hälfte reduziert hat.

Der Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung schätzt, dass es derzeit einen Investitionsstau von rund 1 Milliarde Euro wegen fehlender Bohrgenehmigungen und der Debatte um Schiefergas gibt.

Russland ist mit fast zwei Fünfteln der Einfuhren praktisch der einzige nichteuropäische Lieferant von Erdgas für Deutschland. Ein Drittel stammt aus Norwegen und ein Viertel aus den Niederlanden.

Etwa ein Achtel des deutschen Energiebedarfs wird mit – meist importierter – Steinkohle gedeckt. Seit dem Jahr 1993 ist der Einfuhranteil von 15 auf nahezu 90 Prozent gestiegen. Die wichtigsten Lieferanten sind mit jeweils etwa einem Fünftel der Importe Russland, die USA und Kolumbien.

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