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Auch Boys brauchen Unterstützung

Nach wie vor schneiden Frauen in den allgemeinbildenden Schulen besser ab als Männer. Deswegen landen auch mehr Jungen im Übergangsbereich, wo sie im Anschluss an die Schulzeit eine berufliche Grundbildung vermittelt bekommen oder schlicht den Hauptschulabschluss nachholen können.

Kernaussagen in Kürze:
  • Vor allem Jungs landen nach dem Verlassen der Allgemeinbildenden Schulen im sogenannten Übergangsbereich.
  • Im Übergangsbereich befinden sich vor allem Jugendliche, die allgemeinbildende Schulabschlüsse nachholen oder berufliche Grundkenntnisse erwerben.
  • Wer die umfangreichen Nachqualifizierungen vermeiden will, muss sich vor allem um den männlichen Nachwuchs kümmern.
Zur detaillierten Fassung

Der Trend zur Höherqualifizierung ist ungebrochen. Während im Jahr 2005 erst ein Viertel der Schüler Abitur machte, lag dieser Anteil 2014 bereits bei rund einem Drittel. Spiegelbildlich ist im selben Zeitraum der Anteil der Abgänger ohne Hauptschulabschluss von 8,2 auf 5,5 Prozent gesunken.

Generell haben Frauen in der Schule die Nase vorn. So waren 2014 rund 55 Prozent der Abiturienten junge Frauen, aber nur 40 Prozent der Schulabbrecher sind Mädchen.

Dazu passt, dass weniger Frauen nach dem Verlassen der allgemeinbildenden Schulen im sogenannten Übergangsbereich landen (Grafik). Dabei handelt es sich um Bildungsgänge, in denen junge Leute zum Beispiel allgemeinbildende Schulabschlüsse nachholen oder berufliche Grundkenntnisse erwerben können. Zudem bekommen die Jugendlichen dort Informationen über Formen und Möglichkeiten der regulären Berufsausbildung. Jugendliche ohne Ausbildungsvertrag kommen hier ebenfalls unter.

Im Übergangsbereich werden zwar grundsätzlich keine anerkannten Berufsabschlüsse vermittelt. Zum Teil können die dort erworbenen Kenntnisse aber auf eine duale Ausbildung angerechnet werden.

Dass der Übergangsbereich vor allem leistungsschwächere Jugendliche auffängt, zeigt die Struktur der im Jahr 2014 neu hinzugekommenen Teilnehmer. Rund 70 Prozent von ihnen hatten höchstens einen Hauptschulabschluss.

Wer die umfangreichen Nachqualifizierungsprogramme vermeiden will, der muss schon in der Schule ansetzen – und sich dabei besonders um den männlichen Nachwuchs kümmern.

Mehr Engagement aufseiten des Schulsystems würde auch die Bundesagentur für Arbeit finanziell entlasten. Denn sie ist neben den Bundesländern mit dafür zuständig, die Nachqualifizierung zu bezahlen. Eigentlich sollten sich die Arbeits­agenturen aber vorrangig um die Vermittlung der jungen Leute in Ausbildungsstellen kümmern. Als Reparaturbetrieb für fehlende Qualifikationen sind sie nicht gedacht.

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