Fachkräfteengpässe Lesezeit 1 Min. Lesezeit 1 Min.

Auch beruflich Qualifizierte sind rar

Die Ingenieurlücke kennt wohl mittlerweile fast jeder Zeitungsleser, denn wenn es um den Mangel an klugen Köpfen geht, stehen in der öffentlichen Diskussion die akademischen Berufe im Vordergrund. Zahlenmäßig noch bedeutender sind jedoch die Engpässe bei Jobs, für die eine abgeschlossene Berufsausbildung nötig ist. Besonders davon betroffen sind kleine und mittlere Unternehmen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Zwischen 30 und 40 Prozent der kleinen und mittleren Betriebe haben hierzulande große Probleme bei der Suche nach geeigneten Mitarbeitern.
  • Von einem Engpass in einem Beruf spricht man, wenn auf eine offene Stelle höchstens drei statistisch erfasste Arbeitslose kommen.
  • Demnach gibt es derzeit acht Engpassberufe für Akademiker und sogar 46 für berufliche Qualifizierte.
Zur detaillierten Fassung

Zwischen 30 und 40 Prozent der kleinen und mittleren Betriebe haben hierzulande große Probleme bei der Suche nach geeigneten Mitarbeitern, wie der Qualifizierungsmonitor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln zeigt.

Von einem Engpass in einem Beruf spricht man, wenn auf eine offene Stelle höchstens drei statistisch erfasste Arbeitslose kommen – der Grund: Der Bundesagentur für Arbeit wird nur etwa jede dritte offene Stelle tatsächlich gemeldet.

Nach dieser Definition gibt es derzeit acht Engpassberufe für Akademiker und sogar 46 für beruflich Qualifizierte.

Letztere fehlen vor allem in gewerblich-technischen Jobs (Grafik). In den zehn Berufen mit den größten Engpässen kommt jeweils weniger als ein Arbeitsloser auf einen freien Arbeitsplatz.

So stehen etwa 100 gemeldeten Stellen für Elektroinstallateure und Elektromonteure lediglich 41 Arbeitslose gegenüber.

Auch die Zeit, die es durchschnittlich dauert, bis eine offene Stelle wieder besetzt ist, liegt in dieser Berufsgruppe mit 97 Tagen deutlich über dem Durchschnitt – im Mittel dauert es 70 Tage, um einen neuen geeigneten Mitarbeiter zu finden.

Die lange Suche macht vor allem kleinen und mittleren Unternehmen zu schaffen – denn in diesen Betrieben sind die gewerblich-technischen Engpassberufe besonders stark vertreten.

Rund 70 Prozent der Elektroinstallateure und Elektromonteure und sogar 92 Prozent der Rohrinstallateure arbeiten in Unternehmen mit bis zu 249 Beschäftigten.

Gegenüber großen Betrieben haben die kleineren Firmen ohnehin schlechtere Karten beim Werben um gute Fachkräfte – Großunternehmen können die klugen Köpfe beispielsweise oftmals mit höheren Löhnen locken.

Doch nicht nur der Installateurmeister um die Ecke bekommt den Fachkräfteengpass zu spüren, sondern auch Krankenhäuser, Senioren- und Pflegeheime sowie niedergelassene Ärzte. Denn im Gesundheitssektor fehlt ebenfalls qualifiziertes Personal, vor allem bei den Krankenschwestern, Pflegern und ähnlichen Berufen. Dies ist angesichts des demografischen Wandels problematisch, schließlich wird es künftig immer mehr ältere, pflegebedürftige Menschen geben.

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