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Berufsausbildung Lesezeit 2 Min.

Auch Azubis brauchen eine bezahlbare Wohnung

Von finanziellen Hilfen bis zu eigenen Bauprojekten – für Unternehmen gibt es viele Möglichkeiten, Auszubildende bei der Suche nach einer bezahlbaren Unterkunft zu unterstützen. Auch für die Betriebe ergeben sich daraus Vorteile.

Kernaussagen in Kürze:
  • Viele Auszubildende wohnen auch aus finanziellen Gründen weiter im Elternhaus. Doch wenn der Ausbildungsort zu weit entfernt liegt, brauchen die Azubis eine eigene Unterkunft.
  • Je nach Stadt und Beruf bleibt dann von der Ausbildungsvergütung nach Abzug der Miete kaum noch etwas übrig – vor allem in beliebten Unistädten.
  • In München etwa waren die Mieten mit 807 Euro je Monat für eine kleine Wohnung 2024 am höchsten – und lagen über dem, was Azubis monatlich im Friseurhandwerk verdienen.
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Bezahlbaren Wohnraum zu finden, ist in vielen Regionen Deutschlands schwierig – vor allem für junge Menschen in der Ausbildung. Viele von ihnen wohnen denn auch aus finanziellen Gründen weiter im Elternhaus. Doch wenn der Ausbildungsort zu weit entfernt liegt, brauchen die Azubis eine Unterkunft.

Unternehmen unterstützen Auszubildende, die eine Wohnung brauchen, indem sie bei der Suche helfen, finanzielle Zuschüsse gewähren, Kooperationen mit Jugendwohnheimen eingehen oder selbst Wohnungen anmieten oder bauen.

Je nach Stadt und Beruf bleibt dann von der Ausbildungsvergütung nach Abzug der Miete kaum noch etwas übrig – vor allem in beliebten Unistädten, wo Auszubildende mit Studenten um günstige Wohnungen konkurrieren (Grafik):

In München waren die Mieten mit 807 Euro je Monat für eine kleine Wohnung 2024 am höchsten – und lagen über dem, was Azubis im Friseurhandwerk verdienen.

So viel kostete 2024 die monatliche Warmmiete in einer 30 Quadratmeter großen Musterwohnung in den teuersten bzw. günstigsten deutschen Unistädten und so hoch war die durchschnittliche tarifliche monatliche Vergütung in den am besten bzw. schlechtesten bezahlten Ausbildungsberufen 2024 in Euro Download: Grafik (JPG) herunterladen Grafik (EPS) herunterladen Tabelle (XLSX) herunterladen

Zudem gibt es laut IW-Schätzung bundesweit nur rund 200.000 Plätze in spezifischen Azubi-Unterkünften – zu wenig für den Bedarf.

Angesichts dessen unterstützten im Jahr 2024 rund 17 Prozent der Unternehmen in Deutschland ihre Beschäftigten direkt oder indirekt beim Thema Wohnen, wie das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung ermittelt hat. Profitiert haben davon nicht nur die Azubis: Wer als Arbeitgeber Wohnmöglichkeiten bietet, erhöht seine Attraktivität und senkt durch stabilere Ausbildungsverhältnisse langfristig die Kosten für Neubesetzungen. Unter anderem ergreifen die Unternehmen folgende Maßnahmen:

  • Hilfe bei der Wohnungssuche. Dazu gehören eigene Vermittlungsbörsen über ein Schwarzes Brett oder einen internen Markt sowie die Begleitung zu Besichtigungen und Beratungsangebote zum Mietvertrag.
     
  • Finanzielle Angebote. Die Firmen gewähren Zuschüsse zu Miete, Kaution oder Heimfahrten und sie beraten zu staatlichen Förderungen wie Berufsausbildungsbeihilfe, Bafög oder Wohngeld.
     
  • Kooperationen mit Jugendwohnheimen und Trägern. Dabei geht es um Wohnmöglichkeiten mit sozialer Begleitung durch Partner wie das Kolpingwerk mit der Initiative „AUSWÄRTS ZUHAUSE“.
     
  • Anmieten und Bereitstellen von Wohnraum. Hierbei mieten die Betriebe Immobilien an, in denen sie vergünstigte Azubi-WGs oder Werkswohnungen anbieten.
     
  • Bau eigener Wohnungen. Unternehmen, die neuen Wohnraum für Azubis errichten, kooperieren dabei häufig mit Kommunen und Wohnungsbaugesellschaften.

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