M+E-Patente Lesezeit 1 Min. Lesezeit 1 Min.

Asien forscht

Auf den hart umkämpften Märkten der Metall- und Elektro-Industrie sind Innovationen maßgeblich für künftige Exporterfolge. Umso bedenklicher ist es, dass Deutschland bei den Patentanmeldungen gegenüber der Konkurrenz zurückfällt.

Kernaussagen in Kürze:
  • Der Anteil Deutschlands an allen beim Europäischen Patentamt angemeldeten M+E-Patenten ist von 21 Prozent im Jahr 2000 auf 12 Prozent 2013 gesunken.
  • Gewinner im internationalen Patentwettlauf sind die großen asiatischen M+E-Produzenten, allen voran China.
  • Die Rahmenbedingungen am Innovationsstandort Deutschland könnten unter anderem durch eine steuerliche Forschungsförderung verbessert werden.
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Wer nicht forscht, hat schon verloren – mit diesen Worten ließe sich zuspitzen, was ökonomische Analysen für die Metall- und Elektro-­Industrie (M+E-Industrie) zeigen: Zwischen der Zahl der angemeldeten Patente und dem künftigen Erfolg in Form von steigenden Exporten besteht ein klarer Zusammenhang. Dieser ist in Deutschland zudem besonders ausgeprägt.

Vor diesem Hintergrund gibt ein Blick auf die weltweiten Patent­anmeldungen Anlass zur Sorge für die deutsche M+E-Industrie: Denn die Zahl der M+E-Patente, die die 44 wichtigsten M+E-Länder beim Europäischen Patentamt zum weltweiten Schutz angemeldet haben, ist zwar von rund 40.000 im Jahr 1992 auf fast 165.000 im Jahr 2013 gestiegen. Die Patentanmeldungen aus Deutschland haben dazu aber nur einen unterdurchschnittlichen Beitrag geleistet. Die Folge (Grafik):

Der Anteil Deutschlands an allen beim Europäischen Patentamt angemeldeten M+E-Patenten ist von rund 21 Prozent im Jahr 2000 auf nur noch gut 12 Prozent 2013 gesunken.

Gewinner im internationalen Innovationswettlauf sind die großen asiatischen Produzenten – allen voran das aufstrebende China, dessen Anteil an den beim Europäischen Patentamt angemeldeten Erfindungen im M+E-Bereich seit 2000 von 0,3 auf mehr als 9 Prozent gestiegen ist. Aber auch die etablierten Wettbewerber Japan und Südkorea haben zuletzt deutlich mehr Forschungserfolge beurkunden lassen als noch zur Jahrtausendwende.

Die relativ ungünstige Entwicklung der Patentierungsaktivitäten in Deutschland seit dem Jahr 2000 lässt sich für alle M+E-Branchen feststellen. Am schwächsten war der Trend in der Herstellung von Datenver­arbeitungsgeräten; am besten haben noch Teilbereiche der Herstellung von elektrischen Ausrüstungsgütern sowie der Sonstige Fahrzeugbau abgeschnitten.

Der internationale M+E-Patentvergleich verdeutlicht, dass am Innovationsstandort Deutschland einiges im Argen liegt (vgl. iwd 1/2016). Die Rahmenbedingungen ließen sich unter anderem durch eine steuerliche Forschungsförderung verbessern, wie sie Österreich bereits im Jahr 2000 erfolgreich eingeführt hat.

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