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Armutsrisiko: Große Unterschiede innerhalb der EU

Das Risiko, in Armut leben zu müssen, ist in den EU-Staaten sehr unterschiedlich. Während Deutschland im Wolhstandsranking im vorderen Mittelfeld landet, gibt es auf Platz 1 eine Überraschung.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Armutsgefährdung in der EU unterscheidet sich deutlich. So ist sie in Bulgarien doppelt so hoch wie in Deutschland.
  • Am niedrigsten ist die Gefahr, in Armut zu leben, in Tschechien.
  • Kriterien für die Bewertung sind die Einkommenshöhe, materielle Entbehrungen und die Erwerbsbeteiligung.
Zur detaillierten Fassung

Der Wohlstand in den 28 EU-Mitgliedsstaaten unterscheidet sich erheblich: So ist die Armutsgefährdung in Bulgarien und Rumänien doppelt so hoch wie in Deutschland (Grafik). Obwohl Tschechien nicht zu den reichen EU-Ländern zählt, ist dort die Gefahr, in Armut leben zu müssen, am niedrigsten. Das liegt vor allem daran, dass es relativ wenige Menschen mit – nach Landesmaßstab – sehr niedrigen Einkommen gibt.

Diese EU-Länder hatten im Jahr 2016 die höchsten beziehungsweise niedrigsten Anteile an von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedrohten Einwohnern

Doch was genau bedeutet „von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht“? Dies trifft erstens zu, wenn jemand ein Einkommen bezieht, das unterhalb der nationalen Armutsgefährdungsgrenze liegt – also weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens beträgt. In Deutschland lag diese Schwelle für eine Einzelperson 2016 bei monatlich 1.064 Euro, für eine Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren waren es 2.234 Euro.

Tschechien zählt nicht zu den reichen EU-Ländern, dennoch ist dort die Gefahr, in Armut leben zu müssen, am geringsten.

Zweitens gilt als arm, wer von erheblichen materiellen Entbehrungen betroffen ist, also zum Beispiel seine Miete nicht rechtzeitig bezahlen kann und aus finanziellen Gründen kein Auto oder kein Telefon besitzt.

Ein drittes Kriterium prüft, ob eine Person in einem Haushalt mit sehr niedriger Erwerbsbeteiligung lebt. Das ist dann der Fall, wenn die erwerbsfähigen erwachsenen Haushaltsmitglieder zusammen weniger als 20 Prozent der möglichen Stundenzahl arbeiten.

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