Der Informationsdienst
des Instituts der deutschen Wirtschaft

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Kaufkraft Lesezeit 2 Min.

Alles wird teurer? Stimmt nicht!

Die Löhne in Deutschland haben seit der Wiedervereinigung stärker zugelegt als die Inflation. In der Folge müssen die Bundesbürger für viele Alltagsgüter deutlich kürzer arbeiten als noch 1991.

Kernaussagen in Kürze:
  • Viele Bundesbürger haben das Gefühl, dass alles ständig teurer wird. Allerdings reicht für eine Einordnung der Blick auf die Preisschilder nicht aus. Auch die Lohnentwicklung spielt eine wichtige Rolle.
  • Die Kaufkraft ist besonders für Elektrogeräte seit der Wiedervereinigung stark gestiegen. Das heißt, die Bundesbürger müssen deutlich kürzer arbeiten, um sich etwa einen Fernseher oder eine Waschmaschine leisten zu können.
  • Betrachtet man die gesamte untersuchte Warenpalette, überwiegen trotz diverser Krisen und Inflationswellen in den vergangenen Jahren die günstiger gewordenen Produkte deutlich.
Zur detaillierten Fassung

Alles wird teurer – dieses Gefühl haben viele Menschen in Deutschland. Gerade in Krisenzeiten wie der Coronapandemie oder aktuell mit diversen Konflikten und Kriegen verstärkt es sich nochmals. Doch um zu bewerten, ob etwas wirklich teurer für die Menschen geworden ist, reicht ein Blick auf das Preisschild allein nicht aus. Auch die Entwicklung der Löhne und Gehälter muss in die Betrachtung mit einfließen. Daraus ergibt sich schlussendlich die Zeit, die man im Durchschnitt für ein bestimmtes Produkt arbeiten muss.

So ist die Kaufkraft für manche Produkte seit der Wiedervereinigung sogar stark gestiegen (Grafik):

Für einen Fernseher musste ein Arbeitnehmer 1991 durchschnittlich 78 Stunden und 40 Minuten arbeiten, 2025 waren es nur noch 19 Stunden und 31 Minuten.

So viele Stunden und Minuten mussten die Bundesbürger durchschnittlich arbeiten, um sich diese Güter leisten zu können Download: Grafik (JPG) herunterladen Grafik (EPS) herunterladen Tabelle (XLSX) herunterladen

Auch andere Elektrogeräte wie Waschmaschinen und Kühlschränke sind im Vergleich zu früher deutlich günstiger geworden. Für Lebensmittel ist der Zeiteinsatz bei vielen Produkten in etwa gleich geblieben. Eier, Butter und Milch sind ein wenig erschwinglicher geworden, Kartoffeln und Rindfleisch zum Kochen benötigen ein bisschen mehr Zeiteinsatz.

Trotz diverser Krisen und Inflationswellen in den vergangenen Jahren können sich die Menschen in Deutschland heute mehr leisten als noch vor 35 Jahren.

Eine deutlich längere Arbeitszeit erfordert dagegen unter anderem ein Besuch beim Damenfriseur. Auch Strom oder die Tageszeitung waren Anfang der 1990er Jahre schneller erarbeitet.

Für viele Menschen sind seit dem Irankrieg auch die aktuellen Spritpreise ein großes Thema. Die Langfristbetrachtung zeigt: Kostet der Liter Super 2 Euro, müssen die Bundesbürger dafür im Durchschnitt fünf Minuten arbeiten – und damit nicht wesentlich länger als 1991, als es vier Minuten waren.

Betrachtet man die gesamte untersuchte Warenpalette, überwiegen die günstiger gewordenen Produkte deutlich. Trotz diverser Krisen und Inflationswellen in den vergangenen Jahren können sich die Menschen in Deutschland mehr leisten als noch vor 35 Jahren.

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