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Alles nur Gewohnheit

Wohnen, Essen, Verkehr – für diese drei Kategorien wenden die Bundesbürger seit Jahren mehr oder weniger 60 Prozent ihrer Ausgaben auf.

Kernaussagen in Kürze:
  • Gut ein Drittel der Konsumausgaben entfallen auf das Wohnen
  • Die Konsumgewohnheiten der Bundesbürger sind langfristig stabil
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Alle fünf Jahre führt das Statis­tische Bundesamt eine sogenannte Einkommens- und Verbrauchsstichprobe durch. Bei der letzten Erhebung im Jahr 2013 wurden knapp 53.500 Haushalte erfasst und die Ergebnisse auf die rund 39 Millionen bundesdeutschen Haushalte hochgerechnet.

Was den Konsum der Bundesbürger angeht, gibt es zunächst keine großen Überraschungen (Grafik):

Rund 35 Prozent der durchschnittlichen Konsumausgaben von 2.450 Euro pro Monat gehen für das Wohnen drauf – einschließlich Innenausstattung und Haushaltsgeräten sind es sogar fast 40 Prozent.

Zwar fielen die Wohnkosten­anteile früher ein bisschen niedriger aus, doch auch bei den Stichproben 1998, 2003 und 2008 war das Wohnen der mit Abstand größte Ausgabenposten. Auf den Plätzen zwei und drei wechseln sich regelmäßig die Ausgaben für Nahrungsmittel, Getränke und Tabak sowie für Auto, Bus und Bahn ab – 2013 hatte der Bereich Verkehr mit 14 Prozent einen hauchdünnen Vorsprung.

Auch in den anderen Ausgabenkategorien erweisen sich die Bundesbürger als Gewohnheitstiere – die Anteile schwanken jeweils allenfalls um 1 bis 2 Prozentpunkte.

Etwas anders sieht es aus, wenn man die 291-seitige Statistik über das Ausgabeverhalten der Bundesbürger nach bestimmten Haushaltsmerkmalen durchforstet – einige Beispiele:

  1. Arbeitslose müssen 45 Prozent ihrer Konsumausgaben fürs Wohnen ausgeben – rund 10 Punkte mehr als der Durchschnittshaushalt.
  2. Pensionäre und Beamte investieren mit 16 bzw. 8 Prozent fast viermal bzw. doppelt so viel in ihre Gesundheitspflege wie der Durchschnitt. Grund: Beide Gruppen müssen sich privat zusätzlich versichern.
  3. Selbstständige, zu denen auch Freiberufler und Landwirte zählen, wenden mit 0,9 Prozent ihrer Konsumausgaben am meisten für Haustiere auf – auf Platz zwei folgen die Arbeitslosen mit 0,8 Prozent.
  4. Männer und Frauen unterscheiden sich in ihrem Ausgabeverhalten lediglich graduell. Nur das Auto ist Männern mit 77 Euro pro Monat doppelt so viel wert wie den Frauen.

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