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Alles Müll

Papier, Kunststoff, Glas und andere Materialien – Verpackungen lassen sich im Alltag kaum vermeiden. Allein in Deutschland fallen jährlich rund 18 Millionen Tonnen davon an, das sind 220 Kilogramm für jeden einzelnen Bundesbürger. Die Frage ist, was mit all dem Abfall geschieht.

Kernaussagen in Kürze:
  • Deutschland und einige andere EU-Länder haben seit Jahren hohe Recyclingquoten, sodass es schwer ist, diese noch zu steigern.
  • In Deutschland fielen im Jahr 2014 fast 18 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle an, davon stammten 8 Millionen aus den privaten Haushalten.
  • Die Bundesregierung schafft es nicht, den Mehrweganteil wie geplant zu erhöhen.
Zur detaillierten Fassung

In vielen EU-Staaten, auch in Deutschland, werden derzeit alle Abfallmengen als recycelt gewertet, die in den Verwertungsanlagen ankommen – unabhängig davon, ob diese auch tatsächlich recycelt werden. Das geplante EU-Kreislaufwirtschaftspaket soll nicht nur ein europaweites 75-Prozent-Recyclingziel für Verpackungsmüll enthalten, sondern auch nur noch jene Abfälle als recycelt betrachten, die die Anlagen als Sekundärrohstoff verlassen.

Die Recycling-Quote

Sekundärrohstoffe werden durch Recycling aus entsorgtem Material gewonnen. Die Abfälle werden somit zu einer inländischen Rohstoffquelle und schonen natürliche Vorkommen. Allerdings gelingt die stoffliche Wiederverwertung nicht bei allen Abfällen gleich gut: Während nur etwa die Hälfte der Kunststoffabfälle recycelt wird, liegen die Quoten von Stahl-, Glas-, Aluminium- und Papierverpackungen jeweils bei rund 90 Prozent.

In Deutschland fielen im Jahr 2014 in den privaten Haushalten insgesamt gut 8 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle an – je Einwohner waren das mehr als 100 Kilogramm. Den größten Anteil an diesem Müll haben Verpackungen aus Papier, Pappe oder Karton. Veränderte Konsum- und Einkaufsgewohnheiten wie Onlineshopping, mehr Single- und Zweipersonenhaushalte sowie mehr To-Go-Produkte sorgen dafür, dass Abfälle aus Papierverpackungen oder auch Kunststoffverpackungen deutlich zunehmen.

Verpackungsmüll lässt sich im Alltag zwar kaum vermeiden. Allerdings fallen in den einzelnen EU-Ländern sehr unterschiedliche Mengen davon an. „Europameister“ ist Deutschland mit 220 Kilogramm gewerblichem und privat erzeugtem Müll je Einwohner – das macht insgesamt fast 18 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle. In anderen EU-Ländern, insbesondere in Osteuropa, ist es wesentlich weniger.

Die Bundesregierung schafft es seit Jahren nicht, den Mehrweganteil wie geplant zu erhöhen. Der Anteil der Wegwerfbehälter nimmt deutlich zu. Von einer Zielquote für Mehrweg, die bisher bei 80 Prozent lag, hat sich das Umweltministerium in einem Entwurf für ein neues Verpackungsgesetz sogar verabschiedet. Künftig sollen Schilder im Laden anzeigen, ob es sich um Mehrweg- oder Einwegflaschen handelt. Zudem hat sich ein großer Teil der Hersteller selbst verpflichtet, Einwegverpackungen besser zu kennzeichnen.

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