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Alle vier Wochen wieder

Alle vier Wochen rückt die jetzt 60-jährige Bundesagentur für Arbeit (BA) ins Rampenlicht, wenn ihr Chef die jüngsten Arbeitslosenzahlen bekanntgibt.

Kernaussagen in Kürze:
  • Man muss schon 60 Jahre zurückblicken, um ähnliche Erfolge wie heute beim Abbau der Arbeitslosigkeit sehen zu können.
  • Durch das Arbeitsmarktwunder verzeichnete Deutschland damals fast 2 Millionen Arbeitslose weniger in nur 6 Jahren.
  • Im Jahr 1975 wurden erstmals nach zwei Jahrzehnten wieder mehr als eine Millionen Arbeitslose gezählt.
Zur detaillierten Fassung

Am 10. März 1952 wurde die „Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung“ ins Leben gerufen. Und man muss schon diese 60 Jahre zurückgehen, um ähnliche Erfolge beim Abbau der Arbeitslosigkeit zu sehen wie heute – fast 2 Millionen Arbeitslose weniger in nur sechs Jahren.

Ein Arbeitsmarktwunder war auch nach dem Krieg gefragt, als Millionen von Flüchtlingen in die westdeutsche Wirtschaft integriert werden mussten. Dank des Wirtschaftswunders gelang dies recht zügig. Schon 1956 wurde die Grenze von 1 Million Arbeitslosen unterschritten, und im Jahr 1965 gab es praktisch keine Arbeitslosen mehr.

Die damalige BA beteiligte sich daher auch aktiv an der Suche nach Arbeitskräften im Ausland, um mit Gastarbeitern den Arbeitskräftemangel zu lindern.

Die unruhigen Zeiten für die Arbeitsämter begannen mit der ersten Ölpreiskrise (Grafik):

Im Jahr 1975 wurden erstmals nach zwei Jahrzehnten 1 Million Arbeitslose gezählt.

Die Revolution im Iran sowie der Krieg zwischen dem Iran und dem Irak trieben zu Beginn der 1980er Jahre den Ölpreis erneut in die Höhe – mit der Folge, dass das Wachstum einbrach und sich die Arbeitslosigkeit mehr als verdoppelte.

Die Arbeitsmarktpolitik stand dieser Entwicklung damals hilflos gegenüber, und Arbeitszeitkonten, die Schwankungen ausgleichen, kannte man damals noch nicht.

Auch Ende der 1980er, als es jährliche Wachstumsraten von 4 bis 5 Prozent gab, sank die Zahl der Arbeitslosen nicht auf das alte Niveau.

Dieses Muster, dass die Zahl der Arbeitslosen in jeder Krise stets neue Rekorde erklimmt, im Boom aber nicht auf das ursprüngliche Niveau zurückfällt und damit die Sockelarbeitslosigkeit immer größer wird, setzte sich nach der Wiedervereinigung fort. Als im Januar 2005 dann 5 Millionen Arbeitslose in Deutschland registriert wurden, war dies für die Politik ein Alarmsignal, dass es so nicht weitergehen konnte.

Die Regierung Schröder/Fischer setzte schließlich die „Hartz-Kommission“ ein, und die machte zahlreiche Vorschläge, wie man mehr Menschen in Lohn und Brot bringt. Unter anderem wurden Leistungen gekürzt, denn für viele Arbeitslose war es bis dahin attraktiver, zu Hause zu bleiben, als einen schlechter bezahlen Job anzunehmen.

Die Statistik belegt, dass die Arbeitsmarktpolitik den richtigen Weg eingeschlagen hat. Die Zahl der Arbeitslosen in Westdeutschland ist mittlerweile wieder auf das Niveau der 1980er Jahre gesunken.

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