Bildung 21.08.2014 Lesezeit 3 Min Lesezeit 1 Min

Alle haben ihre Hausaufgaben gemacht

Die Bundesländer haben durch die Bank ihre Bildungssysteme weiter verbessern können und damit einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung in Deutschland geleistet. Zu diesem Ergebnis kommt der Bildungsmonitor 2014, den das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft erstellt hat.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Bundesländer haben durch die Bank ihre Bildungssysteme weiter verbessern können und damit einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung in Deutschland geleistet.
  • Im IW-Bildungsmonitor 2014 belegt Sachsen wie im Vorjahr den ersten Platz – vor Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg.
  • Berlin ist Forschungshauptstadt. Dort werden überdurchschnittlich viele Promotionen abgeschlossen und werben die Professoren besonders viele Drittmittel ein.
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Deutschland vergreist langsam, aber sicher: Auf 100 Bundesbürger im erwerbsfähigen Alter kommen derzeit knapp 40 Senioren – im Jahr 2030 dürften es laut Statistischem Bundesamt 53 sein, ein Anstieg von 30 Prozent. In einigen Regionen wird die Verschiebung von Jung zu Alt noch dramatischer ausfallen – etwa in Sachsen-Anhalt: Dort beträgt in 16 Jahren die Relation der 20- bis 65-Jährigen zu den Älteren voraussichtlich 100 zu 71.

Die deutschen Sozialsysteme werden diese demografischen Verschiebungen nur verkraften können, wenn die arbeitende Bevölkerung künftig produktiver ist als heute. Das wiederum setzt eine möglichst gute Ausbildung voraus.

Inwieweit es den einzelnen Bundesländern gelingt, mithilfe des Bildungssystems zur Fachkräftesicherung beizutragen und Bildungsarmut abzubauen, untersucht das IW Köln seit vielen Jahren (Grafik):

Im IW-Bildungsmonitor 2014 belegt Sachsen wie im Vorjahr den ers­ten Platz – vor Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg.

Im Vergleich zu den Vorjahresergebnissen konnten vor allem das Saarland und Hamburg die Bildungschancen für ihre Bürger verbessern.

Der IW-Bildungsmonitor analysiert die Bildungspolitik der einzelnen Bundesländer anhand von 93 Indikatoren in zwölf Handlungsfeldern. Welches Bundesland wo die Nase vorn hat (Tabelle):

  1. Thüringen stellt je Schüler besonders viel Geld zur Verfügung. Dies ist vor allem deshalb bemerkenswert, da dieses Bundesland insgesamt pro Einwohner relativ wenig Ausgaben tätigt. Bildung wird in Thüringen also eine hohe Priorität eingeräumt.
  1. Mit den eingesetzten Ressourcen geht Bayern am effizientesten um: Dort hat zum Beispiel die Lehrerschaft eine relativ ausgewogene Altersstruktur; außerdem sind die Investitionsausgaben an den allgemeinbildenden Schulen im Freistaat sehr hoch.
  1. Die beste Betreuungsrelation bieten die Schulen in Thüringen. In der Sekundarstufe I kamen 2012 an den thüringischen Regel- und Gesamtschulen auf einen Lehrer rein rechnerisch nur 10,2 Kinder – im Bundesdurchschnitt waren es mehr als 14 Schüler pro Lehrer.
  1. In der Ganztagsbetreuung können Kinder besser gefördert werden als in Einrichtungen, die mittags schließen. Sachsen weist die höchsten Ganztagsquoten in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen auf.
  1. Beim Thema Internationalisierung liegt Hamburg vorn. So stellt die Hansestadt unter anderem das breiteste Fremdsprachenangebot bereit: Fast alle Grundschüler sowie ein Großteil der Berufsschüler erhalten Fremdsprachenunterricht.
  1. Verspätete Einschulungen, Sitzenbleiben und Ausbildungsabbrüche kosten Zeit. In Schleswig-Holstein geht am wenigsten davon verloren, denn nur sehr wenige Schüler werden erst mit sieben Jahren oder noch später eingeschult oder müssen eine Klasse wiederholen.
  1. Die Schulqualität ist in Sachsen spitze: Dort erzielen die Neuntklässler die bundesweit besten Leistungen in Mathematik und in den Naturwissenschaften.
  1. An Sachsens Schulen gibt es deshalb auch besonders wenige Bildungsverlierer – also Schüler, die die Mindeststandards in den Kernfächern nicht erreichen und deshalb Schwierigkeiten beim Einstieg ins Arbeitsleben haben dürften.
  1. Die Integration klappt in Rheinland-Pfalz besonders gut. Hier erreichen auch Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern vergleichsweise gute Schulergebnisse.
  1. Der Übergang von der Schule in die Berufsausbildung gelingt vor allem in Bayern sehr gut. Das große Angebot an Ausbildungsstellen sorgt dort für eine geringe Quote unversorgter Bewerber.
  1. In Bremen erwerben nicht nur vergleichsweise viele Studenten einen Hochschulabschluss in den gefragten MINT-Fächern, in der Hansestadt leben auch – gemessen an der akademischen Wohnbevölkerung im gesamten Bundesgebiet – besonders viele Hochschulabsolventen.
  1. Berlin ist Forschungshauptstadt. Dort werden überdurchschnittlich viele Promotionen abgeschlossen und werben die Professoren besonders viele Drittmittel ein.

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