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Akademisches Erfolgsmodell

Vor gut 40 Jahren als neuer Hochschultyp ins Leben gerufen, sind die praxisorientierten Ausbildungsstätten aus der Hochschullandschaft nicht mehr wegzudenken.

Kernaussagen in Kürze:
  • Vor gut 40 Jahren als neuer Hochschultyp ins Leben gerufen, sind die praxisorientierten Ausbildungsstätten aus der Hochschullandschaft nicht mehr wegzudenken.
  • Vor 20 Jahren war knapp jeder vierte Student an einer Fachhochschule eingeschrieben, im Wintersemester 2012/13 dagegen jeder Dritte.
  • Von den 1,5 Millionen erwerbstätigen Ingenieuren haben 58 Prozent ihren Abschluss an einer Fachhochschule erworben.
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Die Fachhochschulen (FHs) setzten Anfang der 1970er Jahre neue Akzente: Im Unterschied zu den forschungsorientierten Universitäten sollten sie näher an der Arbeitswelt sein. Besondere Merkmale der FHs sind die praxisbezogene Lehre, das meist in das Studium integrierte Praxissemester sowie Lehrkräfte, die neben ihrer wissenschaftlichen Qualifikation mehrere Jahre Berufserfahrung außerhalb der Hochschulen gesammelt haben.

Dieses Konzept hat sich vielerorts durchgesetzt – mittlerweile ist mehr als die Hälfte der knapp 400 Hochschulen in Deutschland eine FH, jede Zweite davon in privater Trägerschaft. Bei den Studenten ist die Nachfrage nach einer praxisnahen Hochschulausbildung hoch – Tendenz steigend (Grafik):

Vor 20 Jahren war knapp jeder vierte Student an einer Fachhochschule eingeschrieben, im Wintersemester 2012/13 dagegen jeder Dritte.

Die Zahl der Studenten wuchs an den FHs in den vergangenen 20 Jah­ren um 97 Prozent, an den Universitäten nur um 18 Prozent.

Praxisnähe und gute Berufsaussichten sprechen auch aus Sicht des akademischen Nachwuchses für die FHs. So zeigte eine Studentenbefragung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, dass sich gut 44 Prozent der Studenten an Universitäten dringend mehr Praxisbezug wünschen; an den Fachhochschulen fordern dies dagegen lediglich 27 Prozent.

Aufgrund der berufsnahen Ausbildung haben sich besonders unter technikaffinen jungen Leuten viele für ein FH-Studium entschieden:

Von den 1,5 Millionen erwerbstätigen Ingenieuren haben 58 Prozent ihren Abschluss an einer Fachhochschule erworben.

Eine fast ebenso große Rolle spielen die FHs im Bereich Informatik – fast die Hälfte der Erwerbstätigen in dieser Fachrichtung kommt von einer der Praxis-Hochschulen.

Die Absolventen stehen dabei gegenüber ihren Kommilitonen von der Uni finanziell kaum schlechter da. So liegen die Einstiegsgehälter der FH-Diplom-Ingenieure nahezu gleichauf mit jenen der Uni-Absolventen. FH-Informatiker und FH-Wirtschaftswissenschaftler mit Diplom verdienen ebenfalls höchstens ein Zehntel weniger als die Universitätsabsolventen.

Auch die Umstellung auf das Bachelor-Master-System hat an den Fachhochschulen gut geklappt. Die FH-Bachelors wagen öfter als die Uni-Bachelors den Sprung in den Job. Im Vergleich zu den FH-Diplomanden studieren die FH-Bachelors schneller und erreichen dennoch etwa in den Wirtschaftswissenschaften 95 Prozent des Einstiegsgehalts ihrer Diplom-Kollegen. Die wirtschaftswissenschaftlich ausgebildeten Uni-Bachelors, die in den Beruf starten, verdienen mit 87 Prozent des Gehalts der Uni-Diplom-Absolventen sogar relativ weniger.

Inzwischen können auch FHs forschungsorientierte Masterabschlüsse anbieten. Ebenso dürfen FH-Bachelors einen Master an einer Universität machen und danach dort promovieren. Noch ausbaufähig sind die Promotionsmöglichkeiten, wenn die FH-Bachelors ihren Mas­ter an der Fachhochschule gemacht haben. Hier müssen die Unis mehr Kooperationsbereitschaft zeigen.

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