Nachhaltig reisen Lesezeit 1 Min. Lesezeit 1 Min.

Achtsam auf Achse

Umweltfreundlich soll er sein und sozial verträglich – so stellt sich eine Mehrheit der Deutschen die schönste Zeit des Jahres vor: den Urlaub. Wenn es allerdings darum geht, dafür auch etwas mehr Geld auszugeben als für herkömmliche Reisen, ist es mit der Nachhaltigkeitsidee schnell vorbei.

Kernaussagen in Kürze:
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Wer zum Sommerurlaub mit der Bahn auf die ostfriesische Insel Juist fährt, hat eigentlich schon alles richtig gemacht: Denn Juist wurde bereits 2011 als einer der ersten Tourismusorte in Deutschland mit dem CSR-Siegel (Corporate Social Responsibility) ausgezeichnet – also dafür, dass sich die Kommune und die Betriebe vor Ort sowohl sozial, ökonomisch als auch ökologisch engagieren. Bis 2030 will die Nordseeinsel, die 1.710 Einwohner und jährlich knapp 1 Million Übernachtungen zählt, CO2-neutral sein.

Nachhaltig reisen, hat die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) festgestellt, ist in den Köpfen der Menschen angekommen. Denn für einen Großteil der Deutschen ist die ökologische und soziale Verträglichkeit ihrer Urlaubsreise wichtig (Grafik):

Mehr als 60 Prozent der Bevölkerung würden ihre Reise gerne nachhaltig gestalten, nur 15 Prozent ist Nachhaltigkeit egal.

Allerdings, das räumt die Reise­analyse der FUR ein, gebe es zwischen dem Wunsch nach Nachhaltigkeit und der tatsächlichen Umsetzung eine deutliche Diskrepanz. Ein Knackpunkt sind die Finanzen. So sieht mehr als die Hälfte derjenigen, die gerne nachhaltig verreisen würden, in zusätzlichen Kosten einen Hinderungsgrund. Auch fehlende Angebote sowie Informationsdefizite sind große Hürden. Rund 40 Prozent der Befragten wünschen sich ein aussagekräftiges Siegel oder Gütezeichen für nachhaltige Reiseangebote und Destinationen.

Tatsächlich aber leidet die Touristikbranche darunter, dass es viel zu viele Siegel gibt – und damit jede Orientierung fehlt: So existieren weltweit allein mehr als 140 Öko-Labels von Hotels, Restaurants und Veranstaltern. Zwar gilt in der Branche das CSR-Siegel, das auch Juist auszeichnet, als Richtschnur, doch nötig wäre ein einheitlicher Zertifizierungsstandard.

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